In der Albert-Schweitzer-Stiftung ist Inklusion gelebter Alltag

Jill Büldt (links) und Nadja Runge präsentieren mit ihrem Geschäftsführer Jörg Schwarzer die Stiftungskalender. (Foto: BW)

Blankenburg. Wünsche und Träume von Menschen mit Beeinträchtigungen in den Mittelpunkt zu rücken, dieser Aufgabe stellt sich die "Albert Schweitzer Stiftung - Wohnen & Betreuen" (ASS) auf sehr unterschiedliche Weise.

Mit einem ungewöhnlichen Kalenderprojekt sorgte die Stiftung gerade erst für Furore. Menschen, die von der Stiftung betreut werden, konnten sich einen Tag lang ihren größten Wunsch erfüllen, in einen Beruf hineinschnuppern oder sich verkleiden. Die Fotos, die dabei entstanden, wurden in einem Kalender veröffentlicht. Und sie sind derzeit noch bis Ende Mai im Pankower Gesundheitsamt in der Grunowstraße 8-11 zu sehen. Eines sollte das Kalenderprojekt für alle deutlich machen: Menschen mit Beeinträchtigung haben Wünsche und Träume wie alle anderen auch.



"Menschen mit und ohne Behinderung zusammenzubringen, ist uns von jeher ein Anliegen", erklärt Geschäftsführer Jörg Schwarzer. Die Stiftung betreibt im Berliner Nordosten 21 Standorte. Betreut werden in diesen Menschen mit Pflegebedarf und Menschen aller Altersgruppen mit seelischen oder geistigen Beeinträchtigungen. Der Hauptsitz der Stiftung in der Bahnhofstraße 32 ist offen und parkähnlich gestaltet. Besonders belebt ist das Stiftungsareal zu den Festen, die die ASS dort regelmäßig organisiert. "Zu unseren Festen sind uns Menschen aller Generationen willkommen", so Jörg Schwarzer. "Da gibt es Kinderprogramme ebenso wie Konzerte für Erwachsene." Die Besucher können dabei auch einige Inklusionsprojekte der Stiftung kennenlernen. Dazu zählt zum Beispiel der Chor, den es seit einem Dreivierteljahr gibt. In ihm singen Menschen mit und ohne Handicap. "Auch vom Alter her ist unser Chor inklusiv. Wir sind zwischen 20 und 94 Jahre alt", sagt Nadja Runge, die für die Öffentlichkeitsarbeit der Stiftung verantwortlich ist.

Eine weitere Besonderheit der ASS ist die Theatergruppe "Heinz Rühmann - Terence Hill". Sie steht seit 15 Jahren für poetisches Improvisationstheater. Die Laiendarsteller suchen sich ihre Stücke selbst aus und entwickeln sie unter der Anleitung eines Theaterpädagogen. Mit Unterstützung von Ehrenamtlichen gestalten die Schauspieler auch die Bühnenbilder und Kostüme selbst. Mehrfach ist die Theatergruppe bereits auf Reisen gewesen, um sich mit anderen Theatergruppen auszutauschen, zu proben und aufzutreten. Alle zwei Jahre veranstaltet sie auf dem Blankenburger Stiftungsgelände ein eigenes Theaterfestival.

Im Rahmen seiner Inklusionsarbeit organisiert die Stiftung für den 28. Mai nun eine Fachtagung "Geht nicht - gibt’s nicht! Kommunikation macht mobil". Auf dieser Tagung wird der Frage nachgegangen, wie Kommunikationsbarrieren für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung noch besser überwunden werden können. Das Besondere an dieser Fachtagung ist, dass dort Fachleute und Menschen mit geistiger Beeinträchtigung auf Augenhöhe diskutieren werden.

Weitere Informationen im Internet auf www.ass-berlin.org.
Bernd Wähner / BW
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