Bezirksamt stellt Investitionsmittel für Kiezbus erst im nächsten Jahrzehnt zur Verfügung

Blankenburg. Sie sollte im Dezember 2017 ihren Betrieb aufnehmen: die erste Kiezbuslinie des Bezirks.

Doch bei einem Blick in die Investitionsplanung für die nächsten Jahre mussten die Verordneten aus dem Verkehrsausschuss der BVV feststellen, dass das Vorhaben auf 2021 verschoben wurde. Begründet wird das vom Bezirksamt damit, dass man noch nicht wisse, wie sich das künftige Wohnquartier Blankenburger Süden entwickelt. „Was hat das mit dem bestehenden Siedlungsgebiet in Blankenburg zu tun?“, fragt sich CDU-Fraktionschef Johannes Kraft. Denn ausschließlich in diesem Kiez soll der Bus fahren.

Mit dem öffentlichen Nahverkehr ist bisher nur der Ortskern erschlossen. Und der S-Bahnhof liegt am Rande des Ortsteils. Viele Wege legen die Blankenburger deshalb mit dem Auto zurück. Um den Autoverkehr durch die Siedlungen zu verringern, soll mit einer Kiezbuslinie ein neues Nahverkehrsangebot entstehen.

Die Idee gibt es seit 2007. Ende 2008 fand sogar schon eine Probefahrt mit Verkehrsfachleuten und Bürgern über die mögliche Streckenführung statt. Dabei zeigte sich, dass einige Kreuzungen etwas umgebaut werden müssen. Außerdem sind Haltestellen einzurichten, Verkehrszeichen aufzustellen und Markierungen aufzubringen. Etwa 400 000 Euro sind nötig. Seit vier Jahren steht das Vorhaben bereits in der Investitionsplanung.

„Es gibt also schon ganz konkrete Vorstellungen. Ich verstehe nicht, warum man das Ganze so lange vor sich herschiebt“, stimmt SPD-Fraktionschef Roland Schröder der Kritik von Johannes Kraft zu. Beide fordern, die Einrichtung der Kiezbuslinie nicht weiter zu verschieben. Immerhin gab es 2009 bereits einen BVV-Beschluss, die Linie einzurichten.

Den Grund, warum das Vorhaben noch nicht begonnen wurde, nennt Barbara Marks, die Gruppenleiterin für Straßenplanungen im Bezirksamt: „Wir hatten bisher keine planerischen Kapazitäten, also keine Person, die sich an die Planungen setzen konnte.“ Das bekräftigt auch Stadtentwicklungsstadtrat Vollrad Kuhn (Bündnis 90/Die Grünen): „Wir brauchen mehr Personal, um solche Projekte auch planerisch vorbereiten zu können.“ BW
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