Bürgerinitiative zieht sich aus der Beteiligungswerkstatt zur Elisabethaue zurück

Mit einem Traktoranhänger protestierte die Bürgerinitiative vor der zweiten Isek-Beteiligungswerkstatt gegen die geplante Bebauung der Elisabethaue. (Foto: Oskar Tschörner)
Berlin: Elisabethaue |

Französisch Buchholz. Die Bürgerinitiative Elisabeth-Aue kündigt die Zusammenarbeit bei der Erarbeitung des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (Isek) für die vorgesehene Baufläche Elisabethaue und die angrenzenden Gebiete auf.

Diesen Entschluss teilte Oskar Tschörner, der Sprecher der Bürgerinitiative (BI), nach der zweiten Beteiligungswerkstatt im Rahmen der Isek-Erarbeitung mit. Die Vertreter der BI wollen nicht an einer Alibi-Veranstaltung teilnehmen, in der nur einseitige Interessen eine Rolle spielen und ihre Argumente und Forderungen nicht berücksichtigt werden. Dr. Jochen Lang, der zuständige Abteilungsleiter für das Isek-Verfahren in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, habe in einem Vorgespräch mit Vertretern der BI klargestellt, dass es bisher sowohl keine rechtliche Grundlage für eine Bebauung als auch keine Entscheidung des Abgeordnetenhauses zu diesem Vorhaben gibt, berichtet der BI-Sprecher.

Doch dann folgten die Mitglieder der BI der Präsentation zu Beginn der Beteiligungswerkstatt mit einigem Entsetzen. Mitarbeiter der beauftragte Planergemeinschaft Kohlbrenner stellten die Zwischenergebnisse des Konzeptes vor. Dabei sei den Zuhörern deutlich geworden, wie stark in die landwirtschaftlichen und Schutzgebiete mit dem Bau einer Wohnsiedlung eingegriffen wird, so Tschörner. Eine Prüfung, ob diese Eingriffe in die Natur überhaupt auszugleichen sind, sei bisher nicht erfolgt.

Trotzdem lautet das bisherige Fazit des Konzepts: Eine Bebauung der Elisabethaue ist möglich. „Unsere Bürgerinitiative zur Erhaltung der Felder der Elisabethaue musste nun folgerichtig eine Entscheidung treffen“, so Tschörner. „Beteiligen wir uns weiter an diesem im Ergebnis bereits festgelegten, einseitigen Isek-Verfahren? Daraus konnten wir nur eine Konsequenz ziehen. Klar und deutlich haben wir unsere Enttäuschung zum Ausdruck gebracht und unsere Zusammenarbeit aufgekündigt.“ Doch das heißt nicht, dass die BI-Mitglieder in ihren Bemühungen um die Elisabethaus nachlassen. „Im Gegenteil!“, bekräftigt Oskar Tschörner. „Das letzte Wort zur Machbarkeit ist noch nicht gesprochen“.

Wie berichtet, plant der Senat in Zusammenarbeit mit den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften Howoge und Gesobau, etwa 70 Hektar der Elisabethaue, überwiegend bisher landwirtschaftlich genutzte Felder, zu bebauen. Etwa 5000 Wohnungen und die nötige Infrastruktur sollen entstehen. Eine Entwicklungsgesellschaft wurde bereits gegründet.

Gegen diese Pläne engagiert sich seit Herbst 2014 die BI, zu der sich Bürger aus Blankenfelde und Französisch Buchholz zusammenschlossen. Auch in der Bezirkspolitik stößt das Vorhaben auf wenig Gegenliebe. In einem Integrierten Stadtentwicklungskonzept will die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung die Planungen konkretisieren und Maßnahmen zur Entwicklung der angrenzenden Gebiete festgelegen. BW
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.