Ideen für Arkenberge: Mülldeponie und Kiesseen sollen Naherholungsgebiet werden

Blick über einen der beiden Kiesseen auf den höchsten Berg Berlin. Die Deponie wird renaturiert und soll Teil eines Naherholungsgebiets werden. (Foto: Bernd Wähner)
 
Blick vom Deponie-Eingang auf den höchsten Berg der Stadt. (Foto: Bernd Wähner)
Berlin: Arkenberge |

Blankenfelde. Die frühere Mülldeponie Arkenberge soll Naherholungsgebiet werden. Diese Pläne verfolgt der bisherige Betreiber, die Heim Deponie und Recycling GmbH.

„Zu einer wachsenden Stadt gehören auch Erholungsgebiete“, sagt Stadtentwicklungsstadtrat Jens-Holger Kirchner (Bündnis 90 Die Grünen). „Deshalb freuen wir uns, dass es jetzt endlich ein Konzept für ein Erholungsgebiet in Arkenberge gibt.“ Denn dieses Areal sei derzeit „sehr problembehaftet“, wie es die Bezirkspolitiker umschreiben. Weil es sich in einem abgelegenen Ort im Norden des Bezirks befindet, sieht es mancher als rechtsfreier Raum an.

Dort finden illegale Partys und Motorradrennen statt. Am Ufer der Seen wird illegal gecampt, und es werden Lagerfeuer entzündet. Professionelle Hundeausführer sind jeden Tag ungenehmigt unterwegs, obwohl sich das offizielle Hundeauslaufgebiet nicht weit entfernt befindet. Immer wieder kommt es zu Konflikten zwischen einzelnen Gruppen. Auf der stillgelegten, eingezäunten Mülldeponie ist es hingegen noch vergleichsweise ruhig. Tagsüber sind dort Mitarbeiter der Firma Heim tätig. Sie sind mit Renaturierungsarbeiten beschäftigt. Außerdem gibt es einen Wachdienst auf dem Gelände. Trotzdem wird, sobald die Mitarbeiter Feierabend haben, der Zaun überklettert.

Weil geplant ist, die renaturierte Deponie schon bald aufzugeben, entschloss sich das Familienunternehmen, ein Konzept für das etwa 36 Hektar große Areal entwickeln zu lassen. Beauftragt wurde das Büro "hartmann alternativ". Dieses Konzept stellten Vertreter des Büros jetzt den Verordneten des Stadtentwicklungsausschusses vor.

Eine Attraktion in diesem Gebiet gibt es bereits. Die einstige Deponie ist mit 120,70 Meter zurzeit der höchste Berg Berlins. „Wir planen auf und um den Berg eine Mischung aus Veranstaltungsbereichen, Bildungsangeboten und Erholungsmöglichkeiten“, sagt Konzeptentwickler Bernd Hartmann.

Das umfangreiche Konzept sieht zum Beispiel den Bau einer Panoramaterrasse vor. Dort könnten auch Ausstellungen stattfinden. Weiterhin sind eine Sommerrodelbahn, ein Klettergartens und Skaterparks vorgesehen. Auch ein reguläres Strandbad an einem der Kiesseen soll es geben. Zum Thema Bildung ist der Aufbau eines Bildungszentrums, eines Umweltstudios und eines Naturlehrpfades konzipiert.

Ehe die Ideen umgesetzt werden, wird allerdings noch etwas Zeit vergehen. Zuvor muss noch ein sogenannter vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden. Detlef Lindner, der Vorsitzende des Bürgervereins Dorf Blankenfelde, freut sich: „Es wird ja schon lange überlegt, in Arkenberge etwas zu tun. Ich freue mich, dass nach etwa 30 Jahren Warten auf Ideen endlich mal etwas Substanzielles vorliegt.“ Die Verordneten des Stadtentwicklungsausschusses zeigten sich jedenfalls von den Ideen angetan. Allerdings sind wohl vor allem beim Thema Verkehrserschließung des Gebietes noch einige Dinge zu klären. Vom Büro "hartmann alternativ" wird indes gemeinsam mit der Firma Heim weiter am Konzept gearbeitet. BW

Auf www.arkenberge.berlin sollen demnächst ein Plan und erste Informationen veröffentlicht werden. Nähere Informationen erhalten Interessierte auch bei Führungen auf den Berg zum Langen Tag der Stadtnatur am 18. und 19. Juni, zu den Pankower Flugtagen am 6. und 7. August sowie zum 2. Berliner Gipfelfest am 10. und 11. September.
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