Pankow muss zusehen: Senat zieht Planungen für die Bebauung der Elisabethaue an sich

Berlin: Elisabethaue |

Blankenfelde. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat die Elisabethaue zu einem „Gebiet außergewöhnlicher stadtpolitischer Bedeutung“ erklärt. Damit hat das Pankower Bezirksamt keine Entscheidungshoheit mehr über die Fläche.

Die etwa 70 Hektar große, teilweise noch landwirtschaftlich genutzte Fläche zwischen Blankenfelde und Französisch Buchholz gehört dem Land Berlin. Als im vergangenen Jahr bekannt wurde, dass der Senat sie mit bis zu 5000 Wohnungen bebauen lassen will, gründete sich eine Bürgerinitiative. Die macht seitdem gegen die Bebauung mobil. Als Argumente führt sie ökologische Gründe an. Auch Naturschutzverbände wie der Nabu sind gegen eine dichte Bebauung der Fläche. Der Elisabethaue komme eine stadtklimatische Bedeutung für Pankow und Prenzlauer Berg zu. Über sie erfolgt die Frischluftversorgung für die verdichteten innerstädtischen Bereiche, argumentieren die Naturschützer.

Unterschiedliche Auffassungen in der Bezirkspolitik

In der Bezirkspolitik gibt es unterschiedliche Auffassungen zu einer Bebauung. Während die SPD-Fraktion den Bezirk gern in einer aktiven Rolle gesehen hätte, um zum Beispiel Infrastrukturprojekte im Interesse Pankows durchzusetzen, sprach sich die Mehrheit der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) gegen eine Bebauung und für einen Erhalt der dortigen Felder aus.

Deshalb unterzeichnete Bürgermeister Matthias Köhne (SPD) dann auch nicht die Absichtserklärung zur städtebaulichen Entwicklung des Gebietes, die Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) und Vertreter der Wohnungsbaugesellschaften Gesobau und Howoge im vergangenen Frühjahr beschlossen. Weil der Senat nun die Planungshoheit für die Fläche an sich gezogen hat, kann Pankow nur noch zusehen. Geisel erklärt indes: „Die Elisabethaue ist eine der wenigen großen landeseigenen Flächen, die für den Bau von bezahlbaren Wohnungen zur Verfügung steht. Wir werden dort in enger Abstimmung mit den Bürgern die Planungen vorbereiten und die Idee einer Gartenstadt des 21. Jahrhunderts realisieren.“ Vorgesehen sei, ein Stadtentwicklungskonzept gemeinsam mit Bürgern zu erarbeiten. Das soll die Grundlage für einen städtebaulichen Ideenwettbewerb sein, der Ende 2016 ausgelobt wird. BW
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.