Vom Herrensitz zum Krankenhaus: Zeitzeugen gesucht

Mit einer schlossähnlichen Villa fing alles an. (Foto: Archiv Alexianer St. Hedwig Kliniken)

Bohnsdorf. Das Krankenhaus Hedwigshöhe gibt es nunmehr seit 1941. Am 9. September wird der 75. Geburtstag gefeiert.

Die Gebäude sind allerdings schon über 100 Jahre alt. Der königliche Gartendirektor Max Buntzel (1850-1907) hatte den Falkenberg gekauft und dort um 1898 eine schlossähnliche Villa errichtet. Nachbarn nannten die großzügige Anlage sogar Buntzelschlösschen. Allerdings lebte Buntzel auch sonst auf großem Fuß, geriet in die Miesen und musste das Anwesen bereits 1902 wieder verkaufen. Ein Tierarzt, ein Schiffer und ein Seidenfabrikant waren die nächsten Bewohner, dann zog ein Spar- und Bauverein ein.

Um 1925 kauft das katholische St. Hedwigskrankenhaus die Anlage, um hier ein Erholungsheim für Ordensschwestern und Patienten einzurichten. Das Heim wird bereits „Hedwigshöhe“ genannt. Später ziehen die Schwestern aus finanziellen Gründen aus und ein Priesterseminar ein. Die Landwirtschaft mit Obstanbau sowie Rinder- und Schweinezucht wird weiter vom St- Hedwigs-Krankenhaus betrieben. Die Nutzung als Krankenhaus beginnt 1941, mitten im Zweiten Weltkrieg. Nach Verhandlungen mit der Wehrmacht wird ein Lazarett mit 100 Betten eingerichtet. Nach Kriegsende wird daraus ein ziviles Krankenhaus. Zu DDR-Zeiten bleibt das Haus bei der katholischen Kirche, wird mit Geld aus dem Westen Deutschlands sogar erweitert. Nach dem Ende der DDR wird das Krankenhaus, das jetzt von den Alexianerbrüdern betrieben wird, zum Akutkrankenhaus. Heute stehen auf den Stationen 380 Betten zur Verfügung. Vor Ort ist Tag und Nacht ein Rettungswagen der Berliner Feuerwehr stationiert.

Zum Jubiläum soll es eine Broschüre geben. „Dafür wird noch Material benötigt. Wir suchen historische Fotos, Zeitungsausschnitte und natürlich Erinnerungen von früheren Ärzten, Schwestern oder Patienten“, sagt Stefan Förster vom Heimatverein Köpenick. Er arbeitet im Auftrag des Krankenhauses am historischen Teil der Broschüre. Wer helfen kann, sollte sich direkt an ihn wenden,  0170/728 48 85. RD
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