Bohnsdorfer Künstler stellt am Stadtrand aus

Die "Lok 2000" wurde von der Deutschen Bahn abgebaut und eingelagert. (Foto: Archiv Kühn)

Bohnsdorf / Erkner. Wundern Sie sich bitte nicht über unsere Spitzmarke. Aber um Arbeiten aus dem ersten Abschnitt seiner Laufbahn ausstellen zu können, musste der Bohnsdorfer Kunstschmied und Metallgestalter Achim Kühn nach Erkner gehen.

Im dortigen Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung hatte bereits das künstlerische Erbe seines Vaters Fritz Kühn vor der angedrohten Räumung des Grundstücks zumindest eine Heimat auf Zeit gefunden.

Jetzt zeigt Kühn dort Arbeiten aus seiner ersten Schaffensperiode, von der Übernahme der Werkstatt nach dem Tod des Vaters 1967 bis zur Wende 1990. "Darunter sind Werke, die heute allgemein bekannt sind und Werke, die wie eine Brunnenanlage in Frankfurt/Oder inzwischen abgebaut und in Vergessenheit geraten sind", erzählt Achim Kühn. Einige Werke des 72-Jährigen haben eine wahre Odyssee hinter sich. So wurde die 1989 für den damaligen Hauptbahnhof (heute Ostbahnhof) gefertigte "Lok 2000" nach gut zehn Jahren wieder abgebaut, weil das futuristische Werk, bei der originale Teile einer Dampflok verwendet wurden, der Deutschen Bahn nicht mehr ins Designkonzept passte. Nach jahrelangem Exil in einer der Reinbeckhallen in Oberschöneweide wurde die Plastik vor einem Einkaufszentrum in Borsigwalde aufgestellt. Die einzige Alternative zum Schrottplatz.

Die Ausstellung zeigt auch zahlreiche Skizzen und Entwürfe für Kunstwerke, die nie hergestellt wurden. Zu sehen bis 29. November im IRS, Flakenstraße 28-31 in 15537 Erkner. Vom S-Bahnhof Erkner erreicht man das Institut nach kurzem Fußweg über eine Fußgängerbrücke, die Anfahrt mit dem Auto ist deutlich komplizierter und sollte mit dem Navigationsgerät erfolgen. Geöffnet ist bei freiem Eintritt Dienstag und Donnerstag von 13 bis 17 Uhr.

Hier sehen sie ein kurzes Video zur Ausstellung:

http://youtu.be/D-1y_cVMNCY


Ralf Drescher / RD
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