Im Bezirk wird mehr Verkehr durch Bohnsdorf befürchtet

Mit dem Bau der Anschlussstelle Hubertus wird dieser Engpass auf der A 117 vierspurig. (Foto: Ralf Drescher)

Bohnsdorf. Die A 117 vor den Toren von Bohnsdorf ist mit ganzen fünf Kilometern Länge die kürzeste Autobahn Deutschlands. Sie verbindet die Autobahndreiecke Treptow und Waltersdorf miteinander. Jetzt soll sie eine neue Anschlussstelle erhalten.

"Anschlussstelle Hubertus", benannt nach einem Ortsteil von Waltersdorf, lautet der Arbeitstitel beim Bundesministerium für Verkehr, Bauen und Stadtentwicklung. Beantragt hat die neue Verbindung zur Autobahn die Gemeinde Schönefeld, die sich davon eine bessere Erreichbarkeit ihrer Gewerbegebiete verspricht. Entstehen soll die Anschlussstelle ungefähr 500 Meter von dem Punkt entfernt, wo an der Landesgrenze zu Brandenburg die Waltersdorfer Straße zur Landstraße 400 (ehemals B 179) wird. Zur Maßnahme gehört auch der Bau von zwei Brücken. Für alle Autobahnnutzer dürfte von Interesse sein, dass die Behelfsbrücke über den Bahnzubringer nach Schönefeld mit dem Bau der Anschlussstelle Hubertus wegfällt. Dort gibt es bisher eine Engstelle mit einer Spur pro Richtung und Tempolimit 60.

Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens wurden vier Varianten für die Verkehrsführung der Anschlussstelle ausgearbeitet. Weil Variante 3 zwar den größten Flächenbedarf hat, aber dafür keine Wohngrundstücke in Anspruch genommen werden müssen, wurde sie den weiteren Planungen zugrunde gelegt. Allerdings fallen dem Bau rund acht Hektar Kiefernwald zum Opfer. Dafür sind verschiedene Ausgleichsmaßnahmen geplant, von Aufforstungen über ökologischen Waldumbau bis zum Bau von Nisthilfen für Mäusebussarde. Im Rahmen der Planung wurde rechnerisch ermittelt, dass im Jahr 2025 pro Tag 30 000 Kraftfahrzeuge die neue Anschlussstelle nutzen werden.

Den Bau der Anschlussstelle finanziert übrigens der Besteller, die Gemeinde Schönefeld. Die Kosten für die Überquerung des Flughafenzubringers übernimmt die Deutsche Bahn. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt hat dem Bau bereits zugestimmt. Im Bezirk Treptow-Köpenick, der sich mit seinem Ortsteil Bohnsdorf unmittelbar an der neuen Anschlussstelle befindet, gibt es dagegen noch Klärungsbedarf. Ein Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung vom April 2010 fordert vom Bezirksamt, sich gegen den Bau der neuen Anschlussstelle einzusetzen. Man fürchtet vor allem mehr Verkehr für die schon jetzt als "Hauptstraße" Bohnsdorfs genutzte Waltersdorfer Straße. Ursprünglich sollten die Planungsunterlagen nur in Schönefeld und nahen Brandenburger Gemeinden ausgelegt werden. Dem Einsatz des Bezirksamts ist zu verdanken, dass die Pläne für die Anschlussstelle Hubertus jetzt auch zeitgleich (vom 14. Oktober bis 13. November) im Bereich Stadtplanung im Köpenicker Rathaus, Alt-Köpenick 21, ausgelegt werden, 902 97 23 12.

Im Internet können sie unter www.o-sp.de/lbvbrandenburg heruntergeladen werden.

Ralf Drescher / RD
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