Sebastian Schultze baut ungewöhnliche Dreiräder

Sebastian Schultze fertigt Drift Trikes in Kleinserienfertigung. (Foto: Ralf Drescher)

Bohnsdorf. Ein gewöhnliches Gewerbegrundstück gleich neben der alten Dorfkirche. Hier hat Sebastian Schultze (31) seine Werkstatt. Und hier baut er ganz ungewöhnliche Dreiräder.

Diese Drift Trikes sind ganz und gar nichts für Kinder, sondern für sportliche und risikobewusste Jugendliche und Erwachsene. "Ich habe diese Spaßfahrzeuge auf einem Video aus Neuseeland gesehen. Die fuhren damit ihre Berge hinunter. Das fand ich so toll, dass ich einen ersten Prototyp konstruiert habe", erzählt Sebastian Schultze. Der 31-Jährige ist Metallbaumeister, hat an der TÜV-Akademie gelernt und sich vor drei Jahren mit der Bohnsdorfer Werkstatt selbstständig gemacht. Dort baut er die Spaßdreiräder in Kleinserie - rund 800 Euro kostet so ein Teil. Fahren darf man damit allerdings keineswegs auf öffentlichen Straßen. Am Teufelsberg auf dem asphaltierten Fußweg wird das Drift Trike-Fahren jedoch geduldet. "Weil über die Hinterräder Plastikrohre gestülpt werden, bricht die Hinterachse gewollt leicht aus. Schon leichte Lenkbewegungen sorgen für halsbrecherische Manöver und 360-Grad-Kurven", erzählt Metallbauer Schultze.

Die Rahmen, die er aus Edelstahl oder Aluminium schweißt, sind eine Eigenkonstruktion. Andere Teile werden für Mountainbikes und BMX-Räder industriell gefertigt.

Weil er von den Drift Trikes aber nicht leben kann, baut er auch Fahrräder speziell nach Kundenwunsch und fertigt im Lohnauftrag Rahmen für Elektromotorräder. Außerdem unterstützt er als Sponsor das Rollstuhl-Basketballteam des RSC Berlin.

Die Drift Trikes werden via Internet inzwischen auch ins Ausland verkauft. Ein Problem ist der teure Versand. "Nach Neuseeland kostet das Porto 800 Euro, so viel wie das Trike selbst. Ich arbeite an der Verkleinerung des Packmaßes, um den Auslandsversand zu verbilligen", sagt Sebastian Schultze.

Bleiben auf Dauer will er aber nicht auf dem gemieteten Firmengrundstück. Er sucht ein Areal, das er kaufen und seiner Firma "Spleen Works" eine dauerhafte Heimat bieten kann. Das Firmentor hängt schon an der Wand der kleinen Werkstatthalle. "Das habe ich vor Jahren als Arbeitsprobe zur Meisterprüfung angefertigt", erzählt Metallbauer Schultze.

Wissenswertes zum ungewöhnlichen Unternehmen und seinen dreirädrigen Flitzern unter www.spleenworks.com.

Ralf Drescher / RD
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