Quartiersmanagementgebiet für Klixstraße ab April: Eine Zukunft für den Kiez?

Berlin: Klixstraße |

Reinickendorf. Räume fürs Vorort-Büro sind zwar noch nicht gefunden, allzu lange darf die Suche aber nicht mehr dauern: Am 1. April geht das Quartiersmanagement Klixstraße an den Start.

Als sozialer Brennpunkt gab die Klixstraße zwar den Ausschlag für die Aufnahme ins Förderprogramm „Soziale Stadt“ und das damit einhergehende Quartiersmanagementverfahren – sie macht aber nur einen kleinen Teil des rund 78 Hektar großen neuen Fördergebiets aus. Dessen Achse bildet die Auguste-Viktoria-Allee; im Süden begrenzt durch die Scharnweberstraße reicht es im Norden bis zur S-Bahntrasse, im Westen dehnt es sich fast bis hin zur Otisstraße. Im Osten verläuft die Grenze in Treppenform von der Rodeland- über die Lienemann- bis hin zur Ollenhauerstraße.

Schwierige Umsetzung

20.000 Menschen wohnen im Stadtteil – überwiegend in Gründerzeitbauten und Genossenschaftssiedlungen. Zum Vergleich: Im Viertel um den Letteplatz, das seit 2009 vom Quartiersmanagement profitiert, leben knapp 12.000 Einwohner. Die Umsetzung des Förderprogramms könnte sich im dichter besiedelten Kiez also durchaus schwieriger gestalten. „Wir haben es hier nicht nur mit sehr viel mehr Menschen, sondern auch mit ganz anderen Strukturen zu tun als am Letteplatz“, sagt Marius Helmuth-Paland, Fachbereichsleiter für Stadtplanung im Bezirksamt Reinickendorf. „Aber wir können uns auch auf starke Partner – wie die Wohnungsbaugenossenschaften – verlassen.“ Außerdem verfüge das Gebiet über ein gutes Potenzial an Freiräumen und mit der Stadtteilbibliothek in der Auguste-Viktoria-Allee über einen wichtigen Kulturträger. Nicht zuletzt: Mit der Mieterberatung Prenzlauer Berg als Träger kommt ein Quartiersmanagement-Team zum Einsatz, das Erfahrung plus Erfolge vorweisen kann. Im Lettekiez hat es gemeinsam mit den Anwohnern vom Senat fast fünf Millionen Euro für die unterschiedlichsten Projekte bekommen.

Was soll passieren?

Denn die sind Sinn und Zweck des QM-Programms. Egal ob es um Hilfe und Beratung für Eltern geht; um Nachbarschaftsfeste, Patenschaften und Sprachkurse, um mehr Jugend- und Seniorentreffs, neu zu gestaltende Spielplätze oder Grünflächen: Alle Initiativen sollen Quartiere stärken, die wirtschaftlich, sozial und städtebaulich hinterherhinken – und im besten Fall erreichen, dass einstige Problemkieze lebenswerter werden, dass sich gute Nachbarschaften bilden und die Leute sich mit ihrem Wohnumfeld identifizieren. In vielen der insgesamt 36 Berliner Quartiersmanagementgebiete ist das bereits gelungen, andere sind auf gutem Wege, in manchen funktioniert das Programm nicht.

Das QM-Team wird nach dem Start im Frühjahr zunächst ermitteln, auf welche Schwerpunkte es im neuen Fördergebiet ankommt. An der Entwicklung des Konzepts sollen dann bereits möglichst viele Anwohner mitwirken. Denn das ist der Dreh- und Angelpunkt: Bürgerbeteiligung. „Es geht darum, mit den Menschen etwas für die Menschen zu schaffen“, so Helmuth-Paland. Die Quartiersmanager dürften jedenfalls mit reger Zuarbeit seitens der Kiez AG der Auguste-Viktoria-Allee rechnen. An den Treffen des Netzwerks nehmen Vertreter der Kitas und Schulen, der Polizei, der beiden Kirchengemeinden, diverser Jugendhilfeträger und Freizeiteinrichtungen, Familien- und Seniorenzentren sowie des Bezirksamtes teil. bm
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