Wochenmarkt in Britz erweitert die Öffnungszeiten

Hofft auf neue Kundschaft auf dem Britzer Wochenmarkt: Gisela Schilke, die hier seit vielen Jahren Geflügel, Salate und Eier verkauft. (Foto: Sylvia Baumeister)

Britz. Der kleinste Wochenmarkt im Bezirk, der früher in der Fritz-Reuter-Allee beheimatet war, kämpft weiter ums Überleben. Anfang November verlegte er seinen Standort in die Parchimer Allee. Mit einer Verlängerung der Öffnungszeit freitags bis 17 Uhr hoffen die Händler, mehr Kundschaft anzusprechen.

Weil im Laufe der letzten Jahre mehr und mehr die Kundschaft ausblieb, hatte sich der alte Wochenmarkt, den es seit etwa 50 Jahren gibt, auf nur etwa zehn Stände verkleinert. Mit dem Umzug um die Ecke in die Parchimer Allee Anfang November 2013 sollte alles besser werden, so hofften die meisten noch verbliebenen Händler und Marktverwalter Rainer Perske (wir berichteten).

In der Fritz-Reuter-Allee war er kaum sichtbar gewesen und hatte ein unbequemes Dasein gefristet, da am Markttag freitags immer zahlreiche Parkplätze durch Absperrungen entfielen. Der Mittelstreifen in Sichtweite des U-Bahnhofs hingegen ist eigentlich ein hervorragender Standort. Bisher haben sich die Hoffnungen der Händler dennoch nicht erfüllt. "Dieser Markt ist der schwierigste von allen in Neukölln, weil er das kleinste Einzugsgebiet hat. Deshalb kämpft er ums Überleben", erklärt Rainer Perske. Schon im November hatte der Marktverwalter eine Änderung des Konzepts angekündigt, die nun schrittweise umgesetzt wird. Zunächst verlängert sich ab 9. Mai die Öffnungszeit, von bisher 8 bis 13 Uhr auf 9 bis 17 Uhr. Das wird an diesem Tag auch mit einem kleinen Programm gefeiert. Unter anderem werden Gratis-Häppchen verteilt, es gibt Luftballons, Kinderschminken, Musik und viele Sonderangebote. Gisela Schilke vom Geflügelstand Schumacher hofft, dass sich das Geschäft mit der längeren Öffnungszeit ankurbeln lässt: "Der Standort ist jetzt ideal und für berufstätige Kunden sind die Verkaufszeiten sicher besser."

Rainer Perske versucht derzeit außerdem, weitere Geschäfte an Land zu ziehen. "Die Kundenorientierung ist heute viel wichtiger, als früher. Die Angebote müssen besser austariert werden, um auch jüngere Menschen anzusprechen", sagt Perske. Das erweist sich jedoch als schwierig, weil die neuen Händler oft schon nach wenigen Wochen wieder aufgeben. "Dennoch hat sich die Stimmung hier unter den Händlern wesentlich verbessert und das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung." Die Einrichtung von kleinen Nischen mit Sitzgelegenheiten stößt zumindest bei der Stammkundschaft schon auf eine erste positive Resonanz, so auch bei Hannelore Knippel: "Es macht jetzt viel mehr Spaß, über den Markt zu schlendern und auch mal sitzen zu können. Wäre schön, wenn er wieder zu neuem Leben erblühen würde."


Sylvia Baumeister / SB
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