Heimat, was ist Heimat?

Bei Kriegsende war ich im 12. Lebensjahr und einige Jahre später eine der jüngsten Trümmerfrauen Berlins. Im Rahmen des „Jugendnoteinsatzes“ klopfte ich Steine und half so beim Bau des Jugendheimes Lessinghöhe. (Foto: Privat)

Neukölln. Heimatlos - die Bedeutung dieses Wortes wird mir jeden Tag klarer, wenn ich das Elend vieler asylsuchender Menschen sehe!

Das Wort Heimat fehlte auch bei mir zeitlebens in meinem Wortschatz, doch nun habe ich es schon dreimal geschrieben, dank Ihrer Anregung, verehrte Redaktion. Denn als Hitler an die Macht kam, fing ich an zu schreien. Nicht laut genug - heimatlos? Nun denkt eine alte Frau darüber nach, was für sie das Wort bedeuten könnte. Es wird mir bewusst, dass ich den Begriff "Heimat" in Liedern und Gedichten in jenen Tagen romantisiert fand und in der Wirklichkeit des Öfteren missbraucht.

Aber ich möchte hier versuchen, mich dem Thema auf ganz persönliche Art zu nähern: Meine Kindheit und Jugend erlebte ich in Neukölln, jetzt spricht man von Nord-Neukölln und da unsere kinderreiche Familie aus unterschiedlichen Gründen einige Male umziehen musste, wurden mir viele Ecken Neuköllns vertraut. Noch heute laufe ich gerne dort umher. Vieles, sehr vieles, hat sich dort verändert und doch fühle ich mich wohl. Noch immer sind mir Straßenzüge, Hausfassaden und vieles mehr vertraut und ich fühle die Vergangenheit in der Gegenwart und bin dankbar dafür. Vielleicht sind das heimatliche Gefühle. Evelyn Lehmann

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