Klaus Wowereit besichtigte Anton-Schmaus-Haus

Klaus Wowereit im Gespräch mit Vertretern der Neuköllner Falken, Tim Haverland (links), Mirjam Blumenthal (hinten) und Andrew Walde. (Foto: Sylvia Baumeister)

Britz. Über die aktuelle Lage um das Anton-Schmaus-Haus in der Gutschmidtstraße informierte sich jetzt der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Nach zwei Brandanschlägen von Rechtsextremisten im Jahr 2011 ist die Jugendeinrichtung inzwischen wieder aufgebaut und mit einem Sicherheitszaun ausgestattet.

Der erste von Rechtsextremen verübte Brandanschlag im Juni 2011 war trotz hohen Sachschadens noch glimpflich ausgegangen: Nur einen Tag zuvor hatte eine Kindergruppe in der Verbands-Jugendeinrichtung in der Gutschmidtstraße übernachtet. Kurz nach dem Wiederaufbau folgte dann im November desselben Jahres ein zweiter Anschlag, der noch verheerendere Folgen hatte.

"Danach sagte unsere Versicherung: nun ist Feierabend. Heute sind wir stolz darauf, damals nicht aufgegeben zu haben", erklärte Gruppenleiter Andrew Walde seinem Gast Klaus Wowereit (SPD) bei dessen Besuch. Damit der Jugendverband der Sozialdemokraten hier weiterhin seine Arbeit leisten kann, musste nach Auflagen der Versicherung ein mehrere Meter hoher Sicherheitszaun um das Grundstück gebaut werden.

Der Regierende Bürgermeister machte sich bei seinem Besuch ein Bild über die Situation und sprach mit Vertretern der Jugendeinrichtung. Die Kosten für den Zaun in Höhe von 100 000 Euro hatten die Falken mit ihrer Kampagne "Bollwerk gegen Nazis" selbst aufgebracht, indem sie Prominente und andere Unterstützer als Paten für fünf Euro pro Zentimeter gewannen. Seit Frühjahr dieses Jahres sind alle weiteren Sicherheitsmaßnahmen fertiggestellt, moderne Videokameras und Rauchmelder wurden installiert. Zudem wird das Grundstück von der Polizei überwacht. "Die Sicherheitsmaßnahmen waren anfangs ungewohnt für uns, wir haben jetzt aber ein sicheres Gefühl", erklärte Sarah Neumann, Kreisvorsitzende der Falken, dem Regierenden Bürgermeister.

Wowereit sprach den Neuköllner Falken Dank und Anerkennung für ihr mutiges Engagement für Demokratie und gegen Rechtsextremismus aus. "Hintergrund und Reizpunkt für die Übergriffe ist die Tatsache, dass hier demokratische Arbeit gemacht wird", stellte er fest. Es sei bedrückend, dass eine solche Einrichtung und insbesondere junge Leute, die Arbeit gegen rechts leisteten, in so massiver Art und Weise geschützt werden müssten.

Wowereit: "Mit meinem Besuch der wiederhergestellten Einrichtung der Jugendarbeit will ich unterstreichen, dass das Engagement junger Menschen für Freiheit und Toleranz in jeder Weise die Unterstützung der Zivilgesellschaft und der Politik verdient." Als Unterstützung für die weitere Jugendarbeit der Falken überreichte Wowereit der Kreisvorsitzenden Sarah Neumann einen Scheck in Höhe von 750 Euro aus dem Erlös eines "Werner"-Plakats des Comic-Zeichners Rötger Feldmann alias Werner Brösel.


Sylvia Baumeister / SB
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