Konrad Tack mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet

Entspannter Ruheständler und engagierter Ehrenamtler: Konrad Tack beim Gespräch in einem Neuköllner Café. (Foto: Sylvia Baumeister)

Britz. Für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement in mehreren gemeinnützigen Organisationen hat Konrad Tack, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins vom Annedore-Leber-Berufsbildungswerk (ALBBW), den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland erhalten.

Mit dem Namen Konrad Tack verbinden viele Neuköllner in erster Linie wohl immer noch seinen früheren Job als Geschäftsführer des Jobcenters. 2008 war er der Mann der Stunde, als niemand sich mehr zutraute, eines der sechs größten Jobcenter Deutschlands zu leiten. Konrad Tack, damals schon seit einem Jahr im Ruhestand, gab dem Bitten von Bürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) letztlich nach. Er nahm die Herausforderung an und strukturierte die Behörde um, in der teils chaotische Zustände geherrscht hatten.

Mitte 2011 übergab er ein effizient arbeitendes Jobcenter an seinen Nachfolger Klaus-Peter Hansen. "Etwas zu bewegen, ist der Sinn des Lebens. Ich bin froh, diesen Job gemacht zu haben", sagt Konrad Tack. Für ihn selbst wirft sein ehrenamtliches Engagement heute einen anderen Blickwinkel auf seine berufliche Vergangenheit. Seit Jahren schon sitzt der 71-jährige Jurist im Beirat der Kaspar-Hauser-Stiftung, einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen. In der Stiftung Arbeit für Behinderte übernahm er die Geschäftsführung. Und im 2008 gegründeten Förderverein des Annedore-Leber-Berufsbildungswerks in Britz engagiert sich der Adoptivvater eines geistig und psychisch behinderten Sohnes als Vorstandsvorsitzender. Das ALBBW bildet junge Menschen mit Behinderungen und besonderem Förderbedarf in mehr als 30 Berufen aus. Der Verein springt in Einzelfällen ein, wenn ein Zusatzqualifikation und Weiterbildung für einen Azubi sinnvoll ist, es aber keine gesetzlichen Ansprüche darauf gibt. "Wir gründeten den Förderverein, als sich abzeichnete, dass bestimmte Qualifikationen, wie ein Führerschein, nicht mehr in der überbetrieblichen Ausbildung finanziert werden", erzählt Konrad Tack.

In seine drei Ehrenämter bringt der 71-Jährige Pensionär sein ganzes Fachwissen aus dem Beruf mit ein und nutzt die Netzwerke, die er früher hatte. "Es ist eine Daueraufgabe, behinderte Menschen in unsere Gesellschaft zu integrieren und sehr wichtig zu wissen, welche Hilfemöglichkeiten es gibt und welche Rechte man hat", findet er.

Tacks unermüdlicher Einsatz wird sehr geschätzt: "Seine Hingabe und persönliche Haltung sind bei Konrad Tack aus innerer Überzeugung vorhanden", meint Albrecht Schäufele, Geschäftsführer des ALBBW. Für sein Engagement wurde er jetzt mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.


Sylvia Baumeister / SB
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