Plakate auf U-Bahnhöfen werben für Demokratie im Süden Neuköllns

Der 15-jährige Daniel Hübner präsentierte auf dem U-Bahnhof Parchimer Allee das von ihm mitentworfene Plakat "Die Farbe der Demokratie". (Foto: Baumeister)

Britz. Ein Zeichen gegen Neonazis wollten die Falken Neukölln mit einem Demokratie-Workshop für Schüler der Fritz-Karsen-Schule setzen. Entstanden ist dabei ein Plakat, das jetzt auf drei U-Bahnhöfen zu sehen ist.

Seit 2011 hat in Britz die Zahl rechtextremistischer Übergriffe zugenommen. Allein zwei Mal war die Kinder- und Jugendeinrichtung der SJD (Sozialistische Jugend Deutschlands), Die Falken Neukölln, in der Gutschmidtstraße Ziel von Brandanschlägen und dabei fast vollständig zerstört worden. Auch Schmierereien gegen Geschäfte sowie Drohanrufe und brutale Prügelattacken gegen Anwohner hat es schon gegeben. Zuletzt war ein Schüler der Fritz-Karsen-Schule von Rechten angegriffen worden, nachdem er versucht hatte, Aufkleber mit rechtsextremen Parolen zu entfernen.

"Solchen Gewalttaten der Neonazis wollen wir deutliche Zeichen entgegensetzen", sagt Jens Hikel von den Falken. Das Aktionsbündnis Britz, dem alle demokratischen Parteien und Gewerkschaften sowie Kirchen und Schulen aus der Umgebung angehören, stellt so regelmäßig Aktivitäten auf die Beine.

"Die Farbe der Demokratie" hieß ein zweitägiger Workshop, den die Falken zuletzt im Anton-Schmaus-Haus veranstalteten. Das Projekt ist Teil des Lokalen Aktionsplans Süd-Neukölln. 13 Schüler der Fritz-Karsen-Schule im Alter zwischen 13 und 17 Jahren haben sich darin mit unterschiedlichen Aspekten von Demokratie auseinandergesetzt, ihre Vorstellungen formuliert und künstlerisch in einem Plakat umgesetzt.

"Mir ist bei dieser Arbeit bewusster geworden, was Demokratie bedeutet", sagt der 15-jährige Daniel Hübner, der das Plakat am 22. November mit seinem Workshopleiter Jens Hikel auf dem U-Bahnhof Parchimer Alle vorstellte. "Freiheit bedeutet auch, sich gegen Menschen zu schützen, die Freiheit oder Partizipation verhindern wollen", sagte Daniel in einer kleinen Rede. Das Plakat, das er mitgestaltete, hängt jetzt auch in den U-Bahnhöfen Wutzkyallee und Rudow. Hikel: "Es war für uns wichtig, dass wir die jungen Menschen mitnehmen und zu Botschaftern der Demokratie machen."


Sylvia Baumeister / SB
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