Preis für Ausbildungsmodell geht nach Britz

Die Azubis Toni Gürth (von links) und Fatih Aydin lassen sich vom Ausbilder und Meister Viktor Pankraz eine Arbeit an der Drehmaschine erklären. (Foto: SB)

Britz. Seit 2013 kooperieren die Firma Mondelez und das Annedore-Leber-Berufsbildungswerk in einem Inklusions-Ausbildungsprojekt. Dafür wurden sie jetzt mit dem Hermann-Schmidt-Preis 2014 ausgezeichnet.

Fatih Aydin und Toni Gürth stehen an einer Drehbank in der Werkstatt des Annedore-Leber-Berufsbildungswerks (ALBBW). Gemeinsam überlegen die Auszubildenden in Industriemechanik und Mechatronik, wie sie verschiedene Aufgaben bewältigen können. Was hier alltäglich wirkt, ist ungewöhnlich, denn ihre Ausbildung absolvieren die beiden 24 und 28 Jahre jungen Männer in einem Kooperationsprojekt, das in dieser Art bisher einzigartig in Deutschland ist. Dafür wurden das ALBBW, und der Getränkepulver- und Süßwarenhersteller Mondelez, vom Verein Innovative Berufsbildung ausgezeichnet.

Seit 2013 arbeitet das ALBBW für behinderte, lerneingeschränkte und förderungsbedürftige junge Menschen mit Mondelez zusammen. Ziel ist es, die Möglichkeiten einer betrieblichen Ausbildung und die Kompetenzen einer Berufsbildungswerk-Ausbildung gegenseitig verfügbar zu machen. Die Azubis des Bildungswerks absolvieren die ersten zwei Jahre ihrer Ausbildung zum Mechatroniker in der Einrichtung und weitere eineinhalb Jahre im Werk bei Mondelez. Im Gegenzug absolvieren die Industriemechanik-Azubis von Mondelez in den Werkstätten des ALBBW Kurse, die das Unternehmen nicht selbst anbieten kann. Unter pädagogischer Anleitung lernen die jungen Leute Hartlöten, Schweißen, CNC-Drehen und -Fräsen. Ausbilder Viktor Pankraz zeigt sich begeistert: "Es läuft hervorragend. Die Azubis helfen sich gegenseitig und entwickeln viel Verständnis füreinander." Auch die Jury des Vereins lobte "das innovative und beispielhafte Projekt" unter 19 bundesweiten Bewerbern für sein "überzeugendes Inklusionskonzept". Für das ALBBW, das in 30 Berufen ausbildet, ist das Projekt ein weiterer Schritt zur Inklusion. Ausbildungsleiter Dr. Dirk Schwenzer: "Es gibt immer noch zu viele Betriebe, die Bedenken haben, wenn sie das Wort Behinderung hören. Zum Thema Inklusion bringen sich noch viel zu wenige Firmen ein." Der Erwerb betrieblicher Erfahrungen erleichtere den Jugendlichen den Weg in den ersten Arbeitsmarkt.


Sylvia Baumeister / SB
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