Süße Trauben: Der Verein "Berliner Weinkultur" verschenkt seine Ernte

Es darf zugegriffen werden: Etwa 800 bis 900 Kilogramm Weintrauben will der Winzer Viktor Sucksdorf verschenken. (Foto: Sylvia Baumeister)
Berlin: Berliner Weinkultur e. V. Britz |

Britz. Seit 2002 baut Viktor Sucksdorf am Koppelweg Reben an. Weil er in diesem Jahr zum ersten Mal keinen Wein keltern kann, möchte er seine reifen roten und weißen Trauben spenden – es sind 800 bis 900 Kilo.

Insgesamt zehn verschiedene Rebsorten findet man auf dem Weingut am Koppelweg 70: weiße Ortega, Bianca, Muskat, Köllnische Heide und Johanniter sind weiße Trauben. Aus Solaris, Akon, Dornfelder, Isabella und Spätburgunder-Trauben stellt der Verein Berliner Weinkultur Rotweine her.

„Die Idee kam mir beim Stöbern in Geschichtsarchiven. In Berlin und Brandenburg wurde nämlich schon vor 600 Jahren Wein angebaut“, erzählt der aus Moldawien stammende gelernte Winzer. Als er ein verwahrlostes Grundstück am Koppelweg fand, bemühte er sich beim Bezirksamt um die Erlaubnis, hier Wein anbauen zu dürfen.

Mit Erfolg. Nach und nach hat er auf dem 5000 Quadratmeter großen Grundstück Rebstöcke angepflanzt. „Es war eine große Aufgabe, die ich mir aber zugetraut habe“, sagt der 44-Jährige. Weil der Betrieb nicht kommerziell laufen darf, gründete er einen Verein und gab Teile des gekelterten Weins ans Bezirksamt ab. Bei mehreren Verkostungsveranstaltungen im Jahr konnten Besucher des Weinguts spenden, so dass sich der Anbau und die Abfüllung finanzierten.

Das ist jedoch in diesem Jahr allerdings nicht möglich. Das Bezirksamt will ab nächstem Jahr eine Pacht für das Grundstück erheben und hat es öffentlich ausgeschrieben. Viktor Sucksdorf hat sich mit seinem Verein beworben, andere Interessenten aber auch.

„Weil wir dieses Jahr zum ersten Mal nur einen Nutzungsvertrag erhalten haben, mussten die Veranstaltungen ausfallen, die das nötige Geld für die Flaschenabfüllung einbringen“, erklärt Viktor Sucksdorf. Daher sucht er nun Abnehmer für seine etwa 800 bis 900 Kilogramm Weintrauben. „Wer Interesse hat, kann sich gern bei uns melden“, sagt er.

Er hofft, dass sein Verein auch im nächsten Jahr auf dem Koppelweg Wein anbauen darf. Denn in naher Zukunft möchte Viktor Sucksdorf eine Winzerschule aufbauen. Das Gelände soll dann für die praktische Arbeit der Azubis genutzt werden. Wer Interesse am Wein oder an einer Mitgliedschaft im Verein hat kann sich melden unter info@berliner-weinkultur.deoder   0178 526 34 31. SB
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