An der Blaschkoallee stehen jetzt Tempo-30-Schilder

Die Neuköllner Bundestagsabgeordnete Christina Schwarzer (ganz l.) und Anwohner der Blaschkoallee wollen trotz eines Tempolimits weiter für eine Ampel an der Kreuzung Riesestraße und Onkel-Bräsig-Straße kämpfen. (Foto: Sylvia Baumeister)

Britz. Anwohner fordern seit drei Jahren eine Ampel an der Kreuzung Riese- und Onkel-Bräsig-Straße an der Blaschkoallee. Sie halten ihre Kinder für gefährdet, weil die Kreuzung schlecht überschaubar ist und die Autofahrer oft rasen. Jetzt steht dort ein Tempo-30-Schild, das aber kaum abschreckt.

Seit 2012 machen sich viele Anwohner, die rings um die Blaschkoallee leben, für eine Ampel an der Kreuzung stark. "In der Regel wird hier mit 80 Stundenkilometern durchgeheizt. Vor allem dann, wenn der Britzer Tunnel gesperrt ist und die Autos über die Späthstraße und weiter in die Blaschkoallee ausweichen", sagt Kerstin Pfister. Sie hat Angst um ihre beiden Kinder. Auf dem Weg in die Kita und die Schule müssen sie täglich die Kreuzung überqueren. Ampeln gibt es jeweils erst in etwa einem Kilometer Entfernung. Weitere Gefahrenquelle: Die Kreuzung ist wegen parkender Autos besonders für die Kinder schlecht einsehbar.

Ebenso wie diese Mutter halten die meisten Eltern, die hier in der Nähe leben, die Einrichtung einer Ampel für notwendig, damit ihre Kinder einen sicheren Weg zu den fünf umliegenden Schulen und zwei Kitas haben. Unterstützt werden sie vom stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der CDU Neukölln, Christopher Förster. Der Bezirksverordnete brachte schon im Januar 2012 einen entsprechenden Antrag in die Bezirksverordnetenversammlung ein. Nach einer Änderung wurde dieser schließlich ein Jahr später beschlossen. Eine anschließende Zählung der Schüler - veranlasst von der Verkehrslenkung Berlin - machte das Vorhaben jedoch zunichte. Zu wenige Kinder hätten an diesem Morgen die Kreuzung überquert, lautete das Ergebnis.

"Vielleicht hat man in der Ferienzeit gezählt", vermutet die Neuköllner Bundestagsabgeordnete Christina Schwarzer (CDU). Auf Bitten der Anwohner setzte auch sie sich schließlich persönlich für eine Bedarfs-Ampel ("Drückampel") an dieser Kreuzung ein. Das Ergebnis all dieser Bemühungen: Seit kurzem ordnen Schilder zwischen sieben und 19 Uhr Tempo 30 an.

Niemand ist wirklich glücklich mit dieser Lösung. "Das Schild bringt gar nichts. Die wenigsten Autos fahren hier Tempo 30", sagt Kanan El-Zubadi. Der Vater von zwei kleinen Kindern will sich noch nicht geschlagen geben. Auch Christina Schwarzer meint: "Das zeitlich begrenzte Tempolimit ist zwar ein erster positiver Schritt, für die Sicherheit von Grundschulkindern aber leider nicht ausreichend. Wir werden weiterhin alles daran setzen, dass hier eine Bedarfs-Ampel hinkommt."


Sylvia Baumeister / SB
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