Online-Banking: Top oder flop?

   

Unsere Gesellschaft wird immer digitaler. Erst letztes Jahr wurde beispielsweise eine 10-Punkte-Agenda erarbeitet, wie Berlin zur digitalen Hauptstadt werden kann. Gerade Bankgeschäfte erfahren eine digitale Revolution: Überweisungen in der Filiale sind out. Doch neben den vielen Pros hat Online-Banking auch einige Cons.

Pro Online-Banking


Ganz klar: Seine Geldgeschäfte übers Internet zu regeln, hat was. Besonders diese Argumente sind hervorzuheben:


1. Flexibilität und Mobilität

Berlin ist groß und schnelllebig, und es gibt viel zu erleben. Kein Wunder, dass du keinen Bock hast, dich mit Öffnungszeiten und Bürokratie auseinanderzusetzen. Wenn du Internet-Banking nutzt, bist du viel flexibler und mobiler und kannst Bankgeschäfte schnell und unkompliziert abwickeln. Dabei bist du nicht an Banköffnungszeiten gebunden, sondern kannst jederzeit, und egal wo du gerade bist, über App oder von zuhause aus deinen Kontostand checken oder eine Überweisung tätigen. Schlange stehen vor dem Bankschalter gehört also der Vergangenheit an. Für eine noch schnellere Überweisung ist es bei vielen Geldhäusern möglich, mithilfe einer App eine Foto-Überweisung durchzuführen: Dafür kannst du eine Rechnung abfotografieren und einen Überweisungsträger erstellen, indem Daten wie Empfänger, IBAN und BIC aufgezeichnet werden. Das lästige Tippen fällt weg und du sparst Zeit.

2. Online-Banking ist easy


Du musst kein „Digital Native“ sein, um gut mit Internet-Banking klarzukommen. Denn dieses ist einfach und benutzerfreundlich, sodass auch ältere Menschen keine Probleme damit haben: „Apps und Co. werden nicht nur immer schneller, sondern auch einfacher und intuitiver, so dass sie nicht nur die Generation Y, sondern alle Bankkunden, generationenübergreifend, ansprechen“, erklärt Philipp Laucks, Chief Digital Officer bei der Postbank. So brauchst du für das Online-Banking nur deine Zugangsdaten, und je nach Bezahlverfahren deine TAN-Nummern oder einen Chipkartenleser. Überweisungen und die Einrichtung von Daueraufträgen sind easy und übersichtlich. Durch wiederverwendbare Vorlagen hast du weniger Aufwand für Transaktionen. Außerdem kannst du mit nur ein paar Klicks deinen Kontostand checken, oder dir deine letzten Überweisungen und Abbuchungen anzeigen lassen.

3. Ausweg aus der Bürokratie


Ebenfalls cool ist, dass schon die Eröffnung eines Kontos immer einfacher und unbürokratischer wird. Du musst dich nicht mehr mit nervigem Papierkram herumschlagen. Denn inzwischen können Bankkonten ganz easy online eröffnet werden. Dank videoIDENT wird die Kontoeröffnung zur Identitätsprüfung in den eigenen vier Wänden und du kannst in nur wenigen Schritten ganz bequem von zuhause aus ein Konto einrichten:

• Step 1: Unterlagen ausfüllen und an die Bank schicken (oft über Online-Formular)

• Step 2: Identifizierung über Video-Anruf

• Step 3: Verfahrensabschluss über das Eingeben einer TAN

Du musst also nicht mehr wie früher einen Termin bei einer Bank vereinbaren, um an ein Girokonto zu kommen. Auch die Kontoauszüge kannst du einfach online herunterladen.

4. Bankkonto for free


Die meisten Onlinekonten sind kostenfrei. Das ist ein erheblicher Vorteil, denn seit die EZB den Leitzins auf null Prozent gesenkt hat, verlangen viele Filialenbanken Kontoführungsgebühren. Wer Bankgeschäfte übers Internet erledigt, ist davor geschützt. Zudem bekommst du weitere günstige Konditionen: In vielen Fällen sind die Zinsen bei Onlinekonten höher und die Kosten für Transaktionen niedriger. Der Grund: Mit dem Internet-Banking spart das Finanzinstitut Kosten für Verwaltung, Filialen und Personal, wovon auch die Kunden teilweise profitieren.

Fazit


Internet-Banking zeichnet sich vor allem durch seine Flexibilität und Einfachheit aus, weitere Pro-Argumente sind die unbürokratische Abwicklung und die geringen Kosten. Einen guten Einblick in die Pluspunkte des Online-Bankings ist das Berliner Start-up Number26: Es revolutioniert Geldhäuser, ist auf „Digital Natives“ ausgerichtet und macht das Bankgeschäft schneller, intuitiver und intelligenter:

• Eröffnung eines Bankkontos in nur acht Minuten, ohne Papierformulare und persönlichen Termin

• Geldüberweisung per Mail oder SMS

• Volle Transparenz über das Konto: Push-Benachrichtigungen zur Bestätigung von Transaktionen, automatische Kategorisierung der Ausgaben

• Sicherheit: Drei-Stufen-Sicherheitsprozess für Transaktionen


Contra Online-Banking


Doch auch einige Minuspunkte solltest du bedenken, wenn du über ein Onlinekonto nachdenkst. Durch die Verlagerung ins Internet lauern dabei auch ein paar Gefahren und Nachteile.

1. Kein Ansprechpartner face-to-face


Ein weiterer Nachteil ist, dass mit dem Online-Banking keine oder nur eine telefonische Beratung möglich ist: Da immer mehr Filialen schließen, kann es sein, dass du beim Internet-Banking keinen direkten Ansprechpartner mehr hast. Es ist zwar auch möglich, über digitale Kanäle mit der Bank zu kommunizieren, allerdings bevorzugen viele die weniger anonyme Variante. Egal, wie flexibel eine Banking-App auch ist: Den individuellen Kundenkontakt kann sie nur schwer ersetzen. Kontakt über E-Mail ist zwar möglich, diese müssen wegen der vertraulichen Inhalte aber verschlüsselt werden, was umständlich für die Kunden sein kann: Es gibt erst eine einzige App, mit der verschlüsselte E-Mails leicht und intuitiv auf mobilen Geräten empfangen werden können. Viele bieten Frage/Antwort-Menüs auf der Internetseite des Finanzinstituts an, bei der nur standardisierte Antworten möglich sind. Fragen direkt am Bankschalter zu klären kann also einfacher und schneller sein.


2. Hacker als Gefahr


Immer noch sind einige Menschen skeptisch gegenüber der digitalen Kontoverwaltung, weil sie Angst haben, dass ihr Konto gehackt werden könnte. Auch die Gefahr des „Phishings“, bei dem leichtgläubigen Kunden das Geld online gestohlen wird, besteht. Banken fordern jedoch nie ihre Kunden per Mail auf, ihnen Zugangsdaten und eine TAN-Nummer zu übermitteln! Für die weitere Sicherheit ist zudem die Art des Verfahrens entscheidend. Generell gibt es zwei verschiedene Sicherheitsverfahren zur Durchführung von Überweisungen.

PIN/TAN-Verfahren: Hierbei handelt es sich um das am weitesten verbreitete Verfahren. Kommt es zu einer Überweisung, wird eine Transaktionsummer (TAN) benötigt. Für den Datenzugriff reicht die persönliche Identifikationsnummer (PIN). Jede TAN gilt nur für eine Transaktion. Neben dem klassischen mobileTAN-Verfahren, bei dem eine TAN per SMS an den Kontobesitzer geschickt wird, gibt es auch photoTAN: Dabei wird am PC-Bildschirm ein farbiger Barcode erstellt, der mit einer speziellen App der Bank in eine gültige TAN verwandelt wird. Beim mTAN-Verfahren kam es jedoch zu einer Betrugsserie, bei der Kriminelle sich Handynummern erschlichen haben.

HBCI-Verfahren: Mit diesem Verfahren bist du auf der sicheren Seite. Hierfür brauchst du einen eigenen HBCI-Chipkartenleser, eine spezielle Chipkarte und eine HBCI-Software für deinen Computer. Nach dem Anlegen einer Transaktion kannst du den HBCI-Chip ins Lesegerät einführen und deine PIN über die Tasten des Lesegerätes eingeben. So wird der Auftrag mit einer persönlichen „digitalen Signatur“ verschlüsselt.

3. Einschränkungen beim Online-Banking

Auch, wenn das Internet-Banking eine immer wichtigere Rolle einnimmt: Nicht alles geht damit so einfach wie mit einem klassischen Konto.

Fremdwährungen: Wenn du viel reist und öfter mal Bargeld in einer ausländischen Währung benötigst, bist du bei einem klassischen Konto teilweise besser aufgehoben. Denn Bargeld in Fremdwährung ist über das Online-Banking nicht so einfach zu bekommen.

Schecks: Auch das Einlösen von Schecks ist beim Online-Banking nicht möglich. Wenn du häufiger einen Scheck bekommst, ist es besser, wenn du dich für ein klassisches Konto entscheidest.

Internetverbindung: Ein weiterer Nachteil ist, dass du auf eine funktionierende Internetverbindung angewiesen bist. Fällt das Internet mal aus, kannst du deine Bankgeschäfte nicht erledigen.

4. Personaleinsparungen

Für Banker ist es ein Nachteil, dass es im Zuge von Digitalisierung und Online-Banking zum Personalabbau im Bankwesen kommt: Das Schließen von Filialen bringt auch die Reduzierung des Bankpersonals mit sich. Kundenberater werden durch die digitale Variante seltener gebraucht. Die Betreuung von Firmenkunden allein reicht beispielsweise nicht mehr aus. Ein erhöhter Bedarf besteht allerdings nach Bankern, die zusätzliche IT-Kenntnisse haben.

Doch die Personaleinsparungen können sich auch auf Bankkunden auswirken, weil immer weniger Filialen und Personal für Beratungsgespräche zur Verfügung stehen. Die Beratung über Mail oder Telefon muss also von einigen wenigen Angestellten gestemmt werden, die sich jedoch weniger Zeit für individuelle Gespräche nehmen können.

Fazit

Als Minuspunkte des Online-Bankings solltest du Sicherheitslücken mit einbeziehen und dich zudem darauf einstellen, dass es nicht mehr so einfach sein wird, Antworten auf eventuelle Fragen zu bekommen. Wenn du auf Fremdwährungen oder das Einlösen von Schecks angewiesen bist, solltest du dich eher für ein klassisches Konto entscheiden.

Fazit zur Nutzung des Online-Bankings: Go oder No-Go?


Das Internet-Banking überzeugt mit einigen coolen Pluspunkten: Du kannst deine Geldgeschäfte einfach und unbürokratisch abwickeln und bist dabei zeit- und ortsunabhängig. Auch Kosten kannst du sparen. Doch auch die Minuspunkte darfst du bei der Entscheidung pro oder contra Online-Banking nicht vernachlässigen: Sicherheitslücken sind im Netz eine große Gefahr, gerade, wenn es um dein Geld geht. Auch individuelle Beratungen können von Zeit zu Zeit hilfreich sein.

Da das Online-Banking sich in Zukunft wahrscheinlich noch weiter ausbreiten wird und Bankgeschäfte in der Filiale vielleicht irgendwann gar nicht mehr möglich sein werden, ist es sinnvoll, schon jetzt von den überzeugenden Pro-Argumenten zu profitieren. Um eventuelle Nachteile bestmöglich zu vermeiden, könntest du dich für das sicherere HBCI-Verfahren für Überweisungen entscheiden. Andere Nachteile werden vielleicht im Zuge der zunehmenden Verbreitung des Internet-Bankings noch verbessert, so dass die Digitalisierung der Geldgeschäfte in Zukunft im besten Fall nur noch Vorteile für die Kunden haben wird.
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