Einblick in den Alltag: Zwei Kitas laden Flüchtlingsfamilien zum Kennenlernen ein

Die Kitaleiterinnen Silvia Scheduikat (zweite von rechts) und Simone Schmidt (zweite von links) bereiteten gemeinsam mit Ina Hellwig (dritte von links) und ehrenamtlichen Helferinnen das erste Eltern-Kind-Café vor. (Foto: Bernd Wähner)

Karow. „Eltern-Kinder-Café“ heißt ein neues Gemeinschaftsprojekt des Karower Familienzentrums und der Bucher Kita „Kleine Schlaufüchse“.

„Wir laden jeden ersten und dritten Dienstag von 14 bis 16 Uhr Familien aus dem Flüchtlingsheim ‚Refugium‘ in Buch ein, unser Eltern-Kinder-Café zu besuchen“, sagt Ina Hellwig. Sie ist die Leiterin des Karower Familienzentrums in der Kita Busonistraße. Seit zwei Monaten bereiten Mitarbeiterinnen und Ehrenamtliche das Projekt vor. Von den „Kleinen Schlaufüchsen“ in der Walter-Friedrich-Straße 20-22 wurde ein Raum für dieses Projekt zur Verfügung gestellt. Dieser konnte mit Fördermitteln unter anderem mit Spielzeug ausgerüstet werden.

Das war möglich, weil auch der Senat das Projekt fördert. „Als die Flüchtlinge das Heim in unserer Region bezogen, wollten wir als Familienzentrum für sie etwas ganz Konkretes tun“, so Ina Hellwig. Die Leiterin der Kita Busonistraße, Silvia Scheduikat, hatte die Möglichkeit, Projektmittel beim Senat zu beantragen. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Simone Schmidt, deren Kita sich in der Nähe des Bucher „Refugiums“ befindet, entschloss sie sich, das Vorhaben anzugehen.

Dem Alltag entfliehen

Im Eltern-Kind-Café können die Teilnehmer dem Alltag in der Flüchtlingsunterkunft entfliehen. Die Kinder können spielen, während die Eltern mit Erzieherinnen und Ehrenamtlichen aus der Region in Kontakt und, soweit es möglich ist, ins Gespräch kommen können. Dabei erfahren die Eltern auch gleich mehr darüber, was eine Kita ist und wie der Tag in solchen Einrichtungen abläuft.

„Wir gehen davon aus, dass schon bald Flüchtlingsfamilien ihre Kinder in einer unserer Kitas anmelden, wenn sie in Berlin bleiben und die Eltern arbeiten gehen können“, sagt Silvia Scheduikat. „Indem wir Kitaplätze zur Verfügung stellen, leisten wir unseren Beitrag zur Integration von Flüchtlingen.“

Die Förderung, die das Karower Familienzentrum für sein Flüchtlingsprojekt zur Verfügung gestellt bekommt, wird aber nicht nur für das Eltern-Kind-Café genutzt. „Wir arbeiten mit weiteren Partnern aus der Region zusammen“, sagt Ina Hellwig. In Zusammenarbeit mit der Kita „Kleine Glückspilze“ wird zum Beispiel ein Waldwandertag organisiert, und die Grundschule Alt-Karow plant, mit Flüchtlingskindern ein Plätzchenbacken in der Vorweihnachtszeit zu organisieren. Weiterhin ist bereits ein Fachforum mit Erzieherinnen aus der Region organisiert worden. In diesem ging es um den Umgang mit traumatisierten Kindern und Eltern. BW

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