Kinder entdecken auf neuem Spielplatz die Natur

Auf diesem Spielplatz ist alles anderes. Das wurde bereits bei der Eröffnung deutlich. Jugendstadträtin Christine Keil durchschnitt kein Band, sondern durchschlug mit einer Axt ein Tau. (Foto: Bernd Wähner)
 
Zoi, Frieda und Maja balancieren auf einem „Spielgerät“ aus Zweigen. (Foto: Bernd Wähner)

Buch. Ein Spielplatz ohne Wippen, Schaukeln, Klettergerüsten? Wie soll das gehen? Und haben die Kinder überhaupt Spaß auf solch einem Spielplatz? Diesen Fragen ging die Landschaftsarchitektin Susanne Pretsch in den vergangenen Monaten nach.

Dazu holte sie sich Fachleute an ihre Seite: Kinder aus Bucher Kitas und Grundschulen. Mit ihnen überlegte Susanne Pretsch, was auf dem Spielplatz vorhanden sein sollte, damit er attraktiv für Kinder wird. Dabei stand sie vor der nicht einfachen Herausforderung, die Wünsche der Kinder mit den Vorschriften des TÜV für Spielplätze in Einklang zu bringen. Denn als öffentlicher Spielplatz muss auch ein naturnah angelegter allen Sicherheitsvorschriften entsprechen. Entstanden ist ein Erlebnisspielplatz, der die Entdecker- und Experimentierlust der Kinder herausfordert.

Dass der neue Spielplatz nahe dem S-Bahnhof Buch gebaut werden konnte, ist mehreren Partnern zu verdanken. Dazu gehört auch das Pankower Jugendamt. „Wir bekamen bereits vor einiger Zeit eine Studie zu Naturerfahrungsräumen für Kinder in die Hand“, erinnert sich Jugendstadträtin Christine Keil (Die Linke). „Wir überlegten, wo und wie wir solch einen naturnahen Spielplatz bauen könnten.“ Als geeigneter Ort wurde eine 5400 Quadratmeter große Fläche unmittelbar neben dem Archäologiespielplatz Moorwiese ausgemacht. Dessen Träger, der Verein Spielkultur Berlin-Buch, erklärte sich bereit, stets ein Auge auf den neuen Spielplatz zu haben. Vereinsgeschäftsführer Martyn Sorge engagierte sich schon seit Jahren für die Umsetzung solch eines Projektes im Bezirk.

Dass dieser neue Naturerfahrungsraum überhaupt geplant und gebaut werden konnte, ist der Stiftung Naturschutz Berlin zu verdanken. Sie übernahm die Trägerschaft für das Projekt. Für die Umsetzung gab es schließlich auch finanzielle Unterstützung aus dem Bundesamt für Umweltschutz sowie aus der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt. „Mit dem Naturerfahrungsraum Moorwiese haben wir für Kinder einen Ort geschaffen, an dem sie auf spielerische Weise ihr Naturverständnis entwickeln und stärken können“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Naturschutz Berlin, Reinhard Dalchow. „Ich finde es toll, mit welcher Freude und Begeisterung die Kinder die Fläche in Besitz nehmen. Angesichts der sich nach und nach verdichtenden Stadt haben derartige Flächen eine große Bedeutung.“

„Ich freue mich darüber, dass es in Pankow nun einen solchen Naturerfahrungsraum gibt“, sagte Christine Keil, „Er ist ein wertvolles Angebot für alle Familien im Bezirk.“ Zu den künftigen Nutzern werden nach Auffassung der Stadträtin nicht nur Kinder aus dem Umfeld, sondern auch aus innerstädtischen Bereichen wie Prenzlauer Berg, Weißensee oder Pankow-Süd gehören. Denn der neue Naturerfahrungsraum ist mit der S-Bahn und den Buslinien 158 und 150 rasch und gut zu erreichen.

Dass der neue Spielplatz den Kindern gefällt, wurde gleich zur Eröffnung deutlich. Schüler aus der nahe gelegenen Montessori-Grundschule und der Grundschule Am Sandhaus nahmen die Fläche gleich in Besitz, balancierten über Findlinge und Stämme, bauten mit Reisig und Ästen Hütten, kletterten auf Bäume und genossen den Blick über die Fläche von einem Hochsitz aus. BW
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