Bucher Bier: Jörg Adler braut einen Gerstensaft fürs Quartier

Jörg Adlers entwickelte das Quartier Bier. (Foto: Bernd Wähner)
 
Das sind die aktuellen Sorten des „Quartier Biers“. Das Red Lager kommt in diesem Monat heraus. (Foto: Bernd Wähner)
Berlin: Ludwig-Hoffmann-Quartier |

Buch. Dass ein Wohngebiet eine eigene Biermarke hat, ist schon etwas Besonderes. In Buch gibt es das. Dort braut Jörg Adler das „Quartier Bier“.

Von dieser Biermarke gibt es inzwischen sogar schon vier Sorten. Die neuste ist ab Oktober auf dem Markt. „Dabei handelt es sich um ein Red Lager, an dem ich mich versucht habe“, sagt Jörg Adler. Bereits fest im Sortiment hat er das Quartier Pilsener und das Pale Ale. Außerdem gibt es saisonal das Sommer-Pilsner, das bisher als 2017er Edition erschien.

In größerem Stil Bier zu brauen, hatte Adler eigentlich nicht vor. Der gelernte Gastronom und studierte Betriebswirt hat bereits mehrere berufliche Stationen hinter sich. Unter anderem leitete er die Gastronomie bei Mercedes Benz am Salzufer, und er war mit einer Personalagentur im Gastronomie-Bereich selbstständig.

Vor drei Jahren zog er nach Buch ins Ludwig-Hoffmann-Quartier (LHQ), auf das ehemalige Krankenhausgelände in der Wiltbergstraße 50. Seinerzeit lag es allerdings noch im Dornröschenschlaf. Kulturangebote? Fehlanzeige. Jörg Adler fand dann seine eigene Freizeitbeschäftigung. „Ich hatte zum Geburtstag ein kleines Equipment zum Brauen von Bier bekommen“, erinnert er sich. „Ich begann damit zu experimentieren. Das klappte so gut, dass ich mir eine 50-Liter-Brauanlage anschaffte.“

Um seinem Hobby mit Gleichgesinnten nachgehen zu können, hatte Adler die Idee, einen Bierverein zu gründen. Er verteilte Flyer im Quartier. Zu einer ersten Zusammenkunft kamen 30 Leute. „Aber nur eine Handvoll hatte dann wirklich Interesse.“ Das war zu wenig für einen Verein. Daraufhin wandte er sich an Anne Kretschmar, die sich im Auftrage des Eigentümers unter anderem um die Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung im Quartier kümmert. „Sie schlug vor, einen Kulturverein zu gründen. Bier genießen ist immerhin Trinkkultur, also warum keinen Kulturverein gründen.“

Der Verein „Kultur im Quartier“ veranstaltete im Dezember 2015 einen ersten Weihnachtsmarkt im LHQ. „Ich bot auf dem erstmals mein selbst gebrautes Quartier Bier vom Fass an – und das ging weg wie sonst was.“ Zum darauffolgenden Frühjahrsfest versuchte Jörg Adler erstmals eine Flaschenabfüllung: Und innerhalb von zwei Tagen waren alle 400 Flaschen weg.

Daraufhin entschied sich der Hobby-Brauer, die Sache richtig anzugehen. Er kniete sich voll in das Thema rein, besuchte einen Kurs, absolvierte Praktika in einer Brauerei und bekam dabei viele Anregungen. Und er experimentierte, um eigene, unverwechselbare Biersorten zu kreieren. Dabei ging so manches auch schief. „Ich habe Literweise saures Bier wegschütten müssen“, erinnert er sich. Trotz Rückschlägen blieb er dran.

Inzwischen hat er sich eine 100-Liter Brauanlage aufgebaut. Aber dabei soll es nicht bleiben. Jörg Adler hat noch viel vor. Im Haus 1 des LHQ an der Wiltbergstraße hat er inzwischen einen temporären Verkauf eingerichtet. Der ist donnerstags, freitags und sonnabends ab 17 Uhr geöffnet. Mit dem Pankower Bauamt ist er im Gespräch, um hier in der nächsten Saison einen Biergarten zu eröffnen. Der soll dann schlicht „Mein Quartier“ heißen. Und er plant, im nächsten Sommer ein Sudhaus mit einer Zehn-Hektoliter-Anlage einzurichten. Aber erst einmal ist das Weihnachtsbier dran. BW
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