Runder Tisch Buch weiht Mahnmal für Zwangsarbeiter ein

An der Hobrechtsfelder Chaussee steht jetzt dieses Mahnmal für die verstorbenen Zwangsarbeiterkinder. (Foto: Jeanette Münch)

Buch. Der Runde Tisch Buch engagiert sich seit drei Jahren für die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit in Buch. Dabei geht es in erster Linie um Zwangsarbeiter und Euthanasieopfer.

Das jüngste Ergebnis der Arbeit des Runden Tisches ist ein Mahnmal, das an die verstorbenen Kinder von Zwangsarbeitern zwischen 1940 und 1945 erinnert. Diese Kinder starben in Bucher Lagern und Krankenhäusern an den Folgen von Mangelernährung und Krankheit. Bislang konnte das Schicksal von 123 Mädchen und Jungen recherchiert werden.

Die Bildhauer Silvia Christiane Fohrer und Rudolf J. Kaltenbach gestalteten das Mahnmal an der Hobrechtsfelder Chaussee in Zusammenarbeit Schülern der Grundschule Am Sandhaus, der Körperbehindertenschule Marianne Buggenhagen sowie der Hufeland-Sekundarschule.

Die Geschichte der Zwangsarbeiter in Buch recherchierte die Bucherin Rosemarie Pumb. Auch sie arbeitete mit Schülern der Grundschule Am Sandhaus, der Körperbehindertenschule und der evangelischen Kirchengemeinde zusammen. Die Schüler erforschten, wo sich Lager und Einsatzorte befanden, und setzten sie sich für eine Gedenktafel in der Schule Am Sandhaus ein. Am Runden Tisch entstand dann die Idee, gemeinsam mit Schülern auch ein Mahnmal für die Kinder der Zwangsarbeiter zu entwickeln.

Rudolf J. Kaltenbach und Silvia Christine Fohrer diskutierten die Gestaltung mit Schülern. Danach gravierten sie in Marmorplättchen die Namenszüge der bisher bekannten Zwangsarbeiterkinder. Die Namen hatten Schüler ihnen zuvor mit ihrer Handschrift aufgeschrieben. Außerdem stellten sie Granitblöcke zur Verfügung, die einst zu Altären einer katholischen Kirche gehörten. Das Mahnmal wurde in Form eines Triptychons erbaut. Auf dem Granit sind die Namen der Kinder angebracht. Das Mahnmal ist nun an der Hobrechtsfelder Chaussee, ganz in der Nähe des großen Parkplatzes zu sehen.

Der Runde Tisch, zu dem derzeit zehn Bürger gehören, arbeitet aber bereits am nächsten Projekt. Für Ende Januar wird eine Medieninstallation in der Bucher Stadtteilbibliothek vorbereitet. Mit dieser erhalten die Besucher Informationen zu den Themen Euthanasie und Krankenhausalltag in der Zeit des Nationalsozialismus. Diese interaktive Medieninstallation werden auch Schulklassen für den Unterricht nutzen können. Erarbeitet wird sie von Alexandra Weltz-Rombach in Zusammenarbeit mit Rosemarie Pumb.

Wer Interesse hat, aktiv beim Runden Tisch Buch mitzumachen, der kann sich bei Jeanette Münch über den E-Mail-Kontakt jeanette.muench@ba-pankow.berlin.de melden.

Bernd Wähner / BW
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