Bürgerverein fordert vom Senator dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge

Buch. Als Alternative zu den geplanten Wohncontainern an der Karower Chaussee schlägt der Bürgerverein Buch eine dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge vor.

Die Container sollen auf der ehemaligen Brunnengalerie aufgebaut werden. Dieses Gebiet ist aber als Fläche für die Erweiterung des Ortsteilzentrums sowie des Campus Buch vorgesehen. Entsprechende Planungen sind bereits auf den Weg gebracht. Als Sozialsenator Mario Czaja (CDU) Ende Oktober mitteilte, dass unter anderem an der Karower Chaussee eine neue Unterkunft für 480 Flüchtlinge errichtet werden soll, war sogar das Bezirksamt überrascht. "Das Bezirksamt war an der Entscheidung des Senators zu keinem Zeitpunkt beteiligt", erklärt das Bezirksamt in einem Bürgerbrief.

"Wir sind gar nicht dagegen, dass Flüchtlinge zu uns nach Buch kommen", sagt die Bucherin Christa Liebing. "Im Gegenteil: Wenn sie kommen, werden wir sie unterstützen. Wir meinen nur, dass die Brunnengalerie nicht der richtige Standort ist." Außerdem befürchten sie und andere Bucher, dass die provisorischen Container zu einer Dauerlösung werden könnten. Das wiederum könnte die Entwicklung des Bucher Zentrums verzögern.

Ähnliche Bedenken hat auch der Bucher Bürgerverein. Dessen Vorsitzender Volker Wenda schrieb deshalb an den Sozialsenator. Er schlug vor, die Flüchtlinge dezentral im Ortsteil unterzubringen. Unter anderem könnten sie in unbelegte Wohnungen der Howoge ziehen. Weiterhin gibt es etliche leer stehende Gebäude in Buch. Diese könnten mit vertretbarem finanziellem Aufwand umgebaut werden. Wenda fordert Czaja auf, die Planungen für das Containerdorf an der Karower Chaussee zu stoppen.

Auf den Brief des Bucher Bürgervereins hat Sozialsenator Mario Czaja inzwischen geantwortet. Er sichert Volker Wenda zu, dass die zuständige Berliner Unterbringungsleitstelle des Landesamtes für Gesundheit und Soziales die Vorschläge aus Buch prüfen werde und dass die geplante Unterkunft die weitere Entwicklung Buchs nicht behindern wird. Nach bisheriger Planung sollen die Container bis Februar 2015 errichtet werden. Betrieben werden sie von der Arbeiterwohlfahrt (AWO).

Der Bürgerbrief des Bezirksamts findet sich auf http://asurl.de/101r.

Bernd Wähner / BW
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