Ein Denkzeichen soll an die Opfer der Euthanasie erinnern

Buch. Das Bezirksamt hat einen Kunstwettbewerb für ein Denkzeichen in Buch ausgelobt. Mit diesem soll an die Opfer der Zwangssterilisation und der Euthanasie-Morde in der Zeit des Nationalsozialismus erinnert werden.

Die ehemalige Städtische Heil- und Pflegeanstalt Buch war Bestandteil der Anfang des 20. Jahrhunderts errichteten Krankenhausstadt Berlin-Buch. In der NS-Zeit war sie einer der Ausgangspunkte für den Massenmord an geistig behinderten und psychisch kranken Menschen. In den vergangenen Jahrzehnten blieb dieser Teil der Bucher Geschichte mehr oder weniger im Dunkeln. Erst seit wenigen Jahren werden die furchtbaren Ereignisse in der Klinik aufgearbeitet. Am Kunstwettbewerb nehmen insgesamt acht Künstler und Künstlergruppen teil. Sie werden in den nächsten Wochen ihre Entwürfe erarbeiten. Vorgesehen ist, den Siegerentwurf im Herbst umzusetzen. Für die Planung und Realisierung des Denkzeichens stehen 60 000 Euro zur Verfügung. Diese Mittel werden aus dem Programm "Künstlerische Gestaltung im Stadtraum" der Senatskanzlei, aus Mitteln des Bezirkskulturfonds, mit Unterstützung der Stiftung "Denkmal für die ermordeten Juden Europas" sowie von heute in Buch beheimateten Kliniken und Instituten bereitgestellt.

Aufgestellt werden soll das neue Denkzeichen auf dem heutigen Klinik-Campus "C. W. Hufeland". Die Anregung gab die Pankower Bezirksverordnetenversammlung. Verordnete wiesen darauf hin, dass die damaligen Heil- und Pflegestätten in Buch im Euthanasie-Programm der Nazis eine besondere Bedeutung hatten. Von hier ging die geheime Vernichtungsaktion T4 aus. Menschen mit psychischen Erkrankungen oder geistigen Behinderungen wurden systematisch in Vernichtungslager deportiert. Daran soll mit einem Denkzeichen erinnert werden.


Bernd Wähner / BW
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