In Buch starben viele Menschen durch Medizinexperimente

Auf einem Erdhügel an der Hobrechtsfelder Chaussee erinnert ein steinernes Monument an die Euthanasie-Opfer. (Foto: Caspar)

Buch. Für die Opfer der nationalsozialistischen Euthanasie-Morde wurde anlässlich des Volkstrauertages ein aus zersägten und angesägten Steinblöcken gefügtes Mahnmal an der Hobrechtsfelder Chaussee im Ortsteil Buch enthüllt.

Mit rund 5000 Betten gehörte das aus der Kaiserzeit stammende Krankenhausgelände in Buch in den 30er-Jahren zu den größten Krankenhausstandorten in Europa. Das von Rudolf Kaltenbach und Silvia Fohrer im Rahmen der Kunstaktion "Steine ohne Grenzen" gestaltete und gestiftete Denkmal erinnert an Tausende behinderte oder psychisch kranke Patienten der Bucher Kranken- und Heilanstalten, die unter dem NS-Regime ermordet wurden. Es ergänzt eine zwölf Jahre zuvor auf dem Gelände des Forschungscampus an der Rober-Rössle-Straße aufgestellte Bronzefigur. Die von Franziska Schwarzenbach gestaltete Skulptur zeigt ein Kind ohne Arm, stellvertretend für die vielen Menschen, die von Nazi-Ärzten für sogenannte Hirnforschungen missbraucht und ermordet wurden.

Den Krankenakten zufolge wurden rund 3000 Patienten von Buch aus in die Konzentrationslager verlegt und in Gaskammern beziehungsweise durch Überdosen von Medikamenten und Giftspritzen umgebracht. Weitere bisher ungeklärte Bucher Todesfälle werden ebenfalls den NS-Krankenmorden zugeordnet.


Helmut Caspar / HC
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