Seit Jahrzehnten engagiert sich Peter Mandelkow als Trainer

Paul Uthleb (12) und Kevin Postler (15) werden von Peter Mandelkow trainiert. (Foto: BW)

Buch. "Ein Nein auf dem IOC-Kongress in Buenos Aires zum Ringen hätte fatale Folgen für die Förderung unseres Sports", sagt Peter Mandelkow ernst. Der 56-Jährige leitet ehrenamtlich die Abteilung Ringen des SV Berlin-Buch.

Am 7. September soll entschieden werden, ob die Sportart Ringen im olympischen Programm bleibt. Für Peter Mandelkow ist es ein Unding, dass über dieses Thema überhaupt diskutiert wird. "Ringen ist seit der Antike Bestandteil der olympischen Bewegung", sagt er. "Sogar in der olympischen Hymne kommt das Ringen vor. Unser Sport ist von absoluter Fairnis getragen. Ringen ist die einzige Kampfsportart, in der es nicht darum geht, den Gegner außer Gefecht zu setzen."Dass sich Peter Mandelkow so für das Ringen engagiert, liegt in seiner Biografie begründet. Er ist seit 50 Jahren mit diesem Sport verbunden. Begonnen hatte er mit sechs Jahren. Da wohnte er noch in Rostock. Da boten sich in der Freizeit nicht viele Alternativen. Fast alle Jungen aus der Nachbarschaft waren beim Ringen. Also ging Mandelkow eines Tages mit - und blieb. Seine Trainer entdeckten, dass er Talent hat.

Mandelkow ging an die Kinder- und Jugendsportschule und machte sein Abitur. Ein Sportstudium schloss sich an. Immer wieder feierte der junge Ringer Erfolge. 1970 und 1974 wurde er DDR-Meister. Nach seiner aktiven Zeit begann der Athlet als Trainer beim ASK Frankfurt/Oder. "Ich habe dort in allen Bereichen gearbeitet", erinnert er sich. "Kinder, Jugendliche und natürlich Spitzensportler habe ich trainiert." 1988 war er einer der erfolgreichsten Trainer der DDR. Er bereitete die Nationalmannschaft auf die Olympischen Spiele in Seoul vor.

Als 1990 die Weltmeisterschaft in Rom anstand, entschieden die Ringer aus Ost und West in einer Mannschaft anzutreten. Der Höhepunkt der Trainerkarriere Mandelkows: Sein Schützling Maik Bullmann wurde Weltmeister. Am 31. Dezember 1990 war dann allerdings Schluss. Die Ringerverbände aus Ost und West fusionierten. Mandelkow wurde nicht übernommen. Er musste sich was Neues suchen. Im Auftrage der Berliner Sportjugend begann er, einen Sportjugendklub in Buch aufzubauen. Dort entdeckte ihn Mitte der 90er-Jahre Claus Baumhauer. Der Präsident des Berliner Ringer-Verbandes bat Mandelkow, eine Ringer-Abteilung zu günden.

Mit vier kleinen Kindern begann er 1996 ehrenamtlich den Aufbau der Ringer-Abteilung. "Alles fing spielerisch an." Peter Mandelkow muss ein wenig Lächeln, wenn er an die Anfänge zurückdenkt. Unter den Kindern war Niklas Ohff. "Der hatte Talent. Und ich kniete mich richtig rein." Die jungen Sportler gewannen Wettkämpfe. Weitere Kinder kamen hinzu. Heute trainiert Mandelkow 25 junge Sportler.

Niklas Ohff ist inzwischen in seiner Sportart ganz oben angekommen. Der 18-Jährige besucht die Eliteschule des Sports in Frankfurt/Oder. 2012 gewann er in seiner Altersklasse Gold bei den Deutschen Meisterschaften. In diesem Jahr siegte er bei den Mitteldeutschen Meisterschaften. Nach ihm wurden auch andere Mandelkow-Schützlinge an der Sport-Eliteschule angenommen.

Dass das IOC nun darüber berät, ob Ringen eine olympische Disziplin bleibt, kann Mandelkow nicht nachvollziehen. "Bei einem Nein würden wir in unserem Verein zwar erst einmal nichts spüren. Bei uns läuft sowieso alles übers Ehrenamt", erklärt er. "Aber junge Leute, die im Ringen eine sportliche Perspektive für sich sehen, wird es hart treffen." Ringen könnte aus dem Programm der Sportschulen gestrichen werden. Es gäbe keine Förderung mehr für Ringer-Leistungszentren - und irgendwann fänden sich keine Nachwuchssportler mehr.


Bernd Wähner / BW
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