Vermieter lässt rechtsextreme Aufkleber im Fahrstuhl entfernen

Buch. Bewohner des Hauses Pölnitzweg 115 sind empört. Zum wiederholten Male wurde ihr Aufzug mit Aufklebern rechtsextremen Inhalts beklebt.

Außerdem wurde in die Fahrstuhltür ein Hakenkreuz geritzt. Im Umfeld des Hauses sind zudem Schilder mit weiteren rechtsextremen Aufklebern bepflastert worden. Ein Mieter berichtet, dass die Hausverwaltung bei ähnlichen Vorfällen in der Vergangenheit die Aufkleber entfernen ließ. Erst kürzlich sei der Fahrstuhl gesäubert worden. Aber nun seien bereits wieder neue Aufkleber angebracht worden.Das Haus gehört zum Bestand der Wohnungsbaugesellschaft Gesobau in Buch. Kirsten Huthmann, die Leiterin der Unternehmenskommunikation der Gesobau, erklärt auf Anfrage der Berliner Woche: "Extremistische, pornografische und in sonstiger Weise anstößige Beklebungen, Verschmutzungen oder Flyer-Verteilungen werden von uns nicht geduldet. Es gibt Handlungsrichtlinien für unsere Mitarbeiter, die festlegen, sofort zu reagieren und die Verschmutzungen zu entfernen, wenn sie davon Kenntnis erlangen." Deshalb seien die Objektbetreuer der Gesobau angewiesen, solche Aufkleber sofort zu entfernen. Für kleinere Graffiti-Schmierereien haben die Objektbetreuer Sprayentferner dabei. Im Falle größerer Schmierereien an Fassaden sind die Objektbetreuer angewiesen sofort einen Maler mit dem Hinweis "dringend" zu beauftragen.

"Wenn der Verursacher bekannt wird, erfolgt eine Anzeige und eine Abmahnung, sofern es sich um einen Mieter handelt", erklärt Kirsten Huthmann. "Wir recherchieren in diesem konkreten Fall noch nach dem Verursacher. Ohne diesen fehlt uns die Handhabe für eine Abmahnung und andere Schritte. Unsere Mitarbeiter sind für diesen Fall jetzt besonders sensibilisiert und werden ein Auge auf die Anlage haben."

Gemeldet werden solche Fälle, wie der am Pölnitzweg, von aufmerksamen Bürgern auch dem "Pankower Register". In diesem wird im Auftrage des Bezirksamtes unter anderem aufgelistet, welche rechtsextremen Propagandadelikte im Bezirk bekannt werden. Geführt wird dieses Register von der Netzwerkstelle moskito ( www.pfefferwerk.de/moskito/). Haus- und Kiezbewohner, die sich durch permanente rechtsextreme Propaganda belästigt fühlen, finden außerdem Rat und Unterstützung bei der mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus in Berlin ( www.mbr-berlin.de).

Bernd Wähner / BW
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