Kleinwalsertal bleibt auch unter Motorradfahrern sehr beliebt

Abbildung 1: Das Tal vom Widderstein aus gesehen
 
Abbildung 2: Der Breitachklamm ist ein Naturschauspiel, das jährlich 300.000 Besucher anzieht

Die Allgäuer Alpen sind ein Paradies für Schneesportfans und Kletterfreunde. In der Attraktivität der Skigebiete rangiert die Region auf dem dritten Platz hinter Zermatt und Grossarltal.

Das Kleinwalsertal besteht aus 150 Kilometer Wanderwegen, mit vielen Almen und Hütten, in die Wanderer einkehren und sich erholen können. Wichtige Orte sind Riezlern, Hirschegg, Mittelberg und Baad, welche die größten Übernachtungszahlen der Region besitzen.

Doch besonders im Frühling, Sommer und Herbst steigen die Touristenzahlen stetig an, denn die Region besitzt vor allem auch unter Motorradfahrern einen guten Ruf. Die Sackgassenlage des Tals ermöglicht es den Touristen in ruhiger Lage und ohne hohes Verkehrsaufkommen ihre Touren zu fahren und die schöne Landschaft zu bewundern, sowie zahlreiche Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Eine Besonderheit bleibt die Erreichbarkeit des Ortes, denn nur über Oberstdorf und Sonthofen führt die B 19 in das Tal hinein. Wer sich in das 1200 Meter hoch gelegene Tal hineintraut, kann mit dem Motorrad viele schöne Touren erleben.

Von Sonthofen über Oberstaufen und den Riedberg-Pass, nach Oberstdorf ins Kleinwalsertal


Sonthofen ist der südlichste Ort Deutschlands und liegt zwischen Iller- und Ostrachtal, umgeben von den Oberallgäuer Bergen. Als Luftkurort ist er Ausgangspunkt für viele Touren und erhielt 2005 die Auszeichnung „Alpenstadt des Jahres“. Wer seine Motorradtour hier startet, sollte einen Abstecher zum Starzlachklamm machen, der zwischen Grünten und Wertacher Horn entspringt und auf einer Höhe von 1070 Metern ein eindrucksvolles Naturschauspiel hinterlässt. Weiter kann die Tour über Immenstadt im Allgäu am Alpsee entlang führen. Dort können Biker ihr Fahrzeug abstellen und auf kurzem Weg eine Badepause genießen. Der nächste Stopp ist Oberstaufen, ein 7000 Seelen Ort mit einem bekannten Erlebnisbad und zwei Golfclubs, Tennisplätzen und den beliebten Naturpark Nagelfluhkette.

Eine beliebte Route führt über Hittisau über Riefensberg nach Gschwend, bis es schließlich zum bekannten Riedberg-Pass auf 1420 Metern Höhe geht. Dieser Pass ist die Verbindung zwischen Oberallgäu und Vorarlberg. Bergauf sind 681, bergab 701 Höhenmeter gemessen, mit einer durchschnittlichen Steigung von 4,1 Prozent bergauf und 5,4 Prozent bergab. An den steilsten Punkten erreicht der Pass bergauf 9,4 Prozent und bergab 10,8 Prozent. Die Bremsen sollten auf dieser Tour in jedem Fall überprüft sein, denn die Schräglage ist eine Herausforderung für jeden Biker. Auf diesem Pass befindet sich auch die Sturmannshöhle, welche die einzig begehbare Schauhöhle im Allgäu darstellt.


Die Tour führt nun über den Ochsenberg nach Oberstdorf, in welchem Biker auf keinen Fall den Breitachklamm verpassen sollten. Dieser ist ein Naturwunder, das früher den Namen „Großer Zwing“ besaß. Fast einhundert Meter stoßen hier Wassermassen den Fels hinab, die tiefste Felsenkluft Mitteleuropas. Seit 1905 ist der Klamm als Wanderweg erschlossen. Im Frühling und Herbst sollten Besucher auf die Öffnungszeiten achten, da die Wege bei Schneeschmelze nicht begehbar sind. Die Touren mit dem Motorrad sind durch ihre Kurven und ruhigen Strecken sehr beliebt und bieten viel Fahrspaß auf kleinem Raum. Über Oberstdorf geht die Tour nun in das Kleinwalsertal hinein. Erster Stopp ist Riezlern, in dem sich eines der zwölf Casinos Österreichs befindet, sowie die Kanzelwandbahn. Über Hirschegg und Mittelberg führt die Strecke schließlich nach Baad hinein. Hier auf 1244 Metern Höhe ist die Tour für Motorradfahrer zu Ende, denn die mächtigen Berge sind nur noch zu Fuß zu erkunden. Zahlreiche Lifte und Bergbahnen stehen dafür jedoch zur Verfügung.

Wichtige Tipps für Motorradfahrer


Wer die Region mit dem Motorrad erkunden will, sollte unbedingt auf die Sicherheitsbedingungen in Deutschland und Österreich achten. Helmpflicht besteht in jedem Fall auf sämtlichen Krafträdern und für Beifahrer ebenso. In Österreich liegt die Geschwindigkeitsbegrenzung wie in Deutschland innerorts bei 50 km/h und außerorts bei 100 km/h, Schnellstraße 100 km/h, Autobahn 130 km/h. Am Tag ist immer mit Abblendlicht zu fahren, um die Unfallquote zu verringern. Motorfahrräder, die einen Hubraum unter 50 ccm besitzen, dürfen auch ohne dauernden Standort in Österreich gefahren werden, obwohl sie in ihrem Heimatstaat nicht zulassungspflichtig ist.

Besonders bei den kurvenreichen Straßen ist die richtige Kurventechnik und Schräglage entscheidend. Dabei ist der Kopf in die Kurve zu legen, gleichmäßig Gas zu geben und nicht zu nah an der Mittellinie zu bleiben. Einige Motorradtypen sind vor allem bei den Pässen konzentriert zu bedienen, um trotz hoher Geschwindigkeit in der Kurve bleiben zu können. Superbikes besitzen zum Beispiel meist um die 1000 ccm und bis zu 180 PS und sind Straßenableger der bekannten Rennmotorräder. Trotzdem sind auch sie für Alpentouren sehr gut geeignet, wenn der Fahrer gut trainiert ist und sein Fahrverhalten der Situation anpasst. Die Leichtigkeit der Maschinen, mit unter 200 Kilogramm Leergewicht, sorgt dafür, dass der Fahrer eine gute Kontrolle über sein Fahrzeug behalten kann, auch in höheren Geschwindigkeiten.

Das Kleinwalsertal ist mit dem Motorrad gut zu erreichen und vor allem die vielen Seitenstraßen und kleinen Wege erlauben es den Outdoor-Fans, diese einmalige Landschaft gut zu erkunden.


Bildquellen:

Abbildung 1: Wikimedia.commons.org © Christoph Lingg (CC BY-SA 3.0)
Abbildung 2: Pixabay.com © Efraimstochter (CC0 1.0)
Abbildung 3: Wikimedia.commons.org © Craig Luna (CC BY-SA 3.0)
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