Grundstück an der Johannisthaler Chaussee verkommt

Das Grundstück an der Johannisthaler Chaussee 441 wird allmählich immer weiter mit Gestrüpp überwuchert. (Foto: Sylvia Baumeister)

Buckow. Vor über drei Jahren wurde ein Haus an der Johannisthaler Chaussee 441 abgerissen. Das Grundstück neben einer Tankstelle verkommt seitdem zur illegalen Müllhalde und wuchert langsam zu. Interessenten geben sich die Klinke in die Hand, werden sich aber mit dem Eigentümer nie einig.

Wohnraum ist in der ganzen Stadt extrem knapp, die Mieten steigen deshalb dramatisch an - auch in Neukölln. Umso verwunderlicher ist es, wenn trotz allem erschlossene Grundstücke nicht für den Wohnungsneubau genutzt werden. Das trifft auch auf die Johannisthaler Chaussee 441 zu.

Das nicht denkmalgeschützte Gebäude auf dem Grundstück war vor über drei Jahren abgerissen worden, allerdings nicht gründlich. Davon zeugt noch immer ein vorderes Teilstück des Hauses mit halb herunterhängenden Fensterrahmen. Der umherliegende Bauschutt ist durch die Überwucherung mit wildwachsendem Gestrüpp zwar kaum noch zu sehen, ein schöner Anblick ist das nur teilweise mit einem einfachen Bauzaun gesicherte Grundstück dennoch nicht.

"Leider entsorgen dort einige Menschen ihren Müll", schrieb eine Leserin kürzlich der Berliner Woche. Auch Ursula Aust, die ebenfalls ganz in der Nähe wohnt, möchte gern wissen, was mit dem Areal geschehen soll. "Es ist ein Schandfleck in unserer Nachbarschaft", findet sie. Der Bezirk hat allerdings keine Handhabe, diesen Zustand zu ändern. "Solange von einem Grundstück keine Gefahr ausgeht, sind uns die Hände gebunden", sagte Baustadtrat Thomas Blesing (SPD) kurz vor seinem Urlaubsantritt. Man könne keinen Grundstückseigentümer dazu verpflichten, etwas zu unternehmen. Dabei gab es in der Zwischenzeit genügend Interessenten mit unterschiedlichen Nutzungsplänen.

Rolf Groth, Leiter des bezirklichen Stadtentwicklungsamtes, bestätigt, dass in seiner Behörde vor gut vier Jahren ein Antrag für einen Spielbetrieb gestellt wurde, der jedoch vom Bezirk nicht genehmigt worden sei. Auch eine Autolackiererei wollte sich dort ansiedeln. Für einen geplanten Einzelhandel sei 2011 sogar schon eine Baugenehmigung erteilt worden. Danach beabsichtigte eine Wohnungsbaugesellschaft dort neue Wohnungen zu errichten. "Alle Kaufverhandlungen scheiterten letztlich daran, dass man sich mit dem privaten Eigentümer nicht einig wurde", erzählt Groth. Er vermutet: "Ein zu hoher Kaufpreis macht wahrscheinlich jede wirtschaftliche Nutzung unmöglich." Was aus dem Grundstück wird, steht weiterhin in den Sternen. Gerüchten zufolge soll bald eine Zwangsversteigerung anstehen. Groth: "Wir bekommen immer wieder Anfragen von Interessenten, derzeit liegen uns aber keine konkreten Bau- oder Nutzungsanträge vor."


Sylvia Baumeister / SB
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