Turmfalken-Nachwuchs im Wasserturm am Vivantes Klinikum

Ein Experte vom Naturschutzbund Deutschland beringt einen der neun jungen Turmfalken im Wasserturm des Vivantes Klinikums Neukölln. (Foto: Vivantes/Hasskarl)
Berlin: Vivantes Klinikum Neukölln |

Buckow. Das Vivantes Klinikum Neukölln ist offenbar nicht nur eine gute Geburtsstätte für Menschenkinder. Im Frühjahr kamen im Wasserturm auf dem Gelände auch neun Turmfalken zur Welt, die bereits erste Flugübungen absolviert haben.

In den beiden Nistkästen auf dem Gelände an der Rudower Straße dürfte es dieser Tage recht laut zugehen. In luftiger Höhe brüten dort schon seit zehn Jahren Turmfalken – so auch in diesem Frühling. „Irgendwann im Mai sind hier neun Küken geschlüpft“, erzählt Astrid Steuber, Pressereferentin bei Vivantes. Bemerkt wurde der Nachwuchs erst, nachdem einige Jungvögel bei ihren ersten Flugversuchen Klinikmitarbeitern im Wirtschaftshof buchstäblich vor die Füße geflogen waren.

Ein Greifvogelbeauftragter vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu), selbst Mitarbeiter des Krankenhauses, beringte die Jungvögel nun fachmännisch.
Das geschieht vor allem aus wissenschaftlichen Gründen: Der „Personalausweis“ für Vögel ist mit einer Buchstaben- und Zahlenkombination versehen.

So lässt sich feststellen, wohin die Vögel fliegen und woher sie stammen. Ebenso können wertvolle Daten über Vogelzug, Lebensdauer, Sterblichkeit, Ernährung und Fortpflanzung gewonnen werden. „So ließ sich nun auch zu unserem Erstaunen an der Beringung ablesen, dass ein Elternteil, nämlich das Weibchen, vor Jahren genau an diesem Ort selbst geboren wurde“, berichtet die Pressereferentin.

Schon bald werden die Jungvögel ihren Eltern entfleuchen, denn weiterhin üben sie eifrig das Fliegen. Stürzt wieder einmal einer der kleinen Neuköllner Falken ab und landet im Wirtschaftshof, leisten Klinikum-Mitarbeiter dem Bruchpiloten Erste Hilfe.

„Sie werfen dann ein Handtuch über den abgestürzten Vogel und tragen ihn über die mehr als hundert Treppenstufen des Wasserturmes wieder nach oben. Das ist für unsere Mitarbeiter zum gewohnten Ritual geworden“, erzählt Astrid Steuber.

Bis Ende Juli werden die Turmfalken voraussichtlich weitere Flugversuche unternehmen. Dann haben sie aller Voraussicht nach ihre Künste in der Luft vervollkommnet und brauchen keine Hilfe aus dem Krankenhaus mehr. SB
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