Gemeinde Neu-Buckow erhält Zertifikat "Grüner Hahn"

Gemeindemitglied Hubert Busch (links) und Pfarrer Erhard Wurst mit dem Zertifikat "Grüner Hahn". (Foto: Sylvia Baumeister)

Buckow. Drei Jahre hat die evangelische Gemeinde Neu-Buckow darauf hingearbeitet, nun ist das ehrgeizige Ziel erreicht: Als erste Kirchengemeinde in Berlin-Brandenburg erhielten die Neu-Buckower das kirchliche Umweltzertifikat "Grüner Hahn".

Seit dem 7. November ist die Kirchengemeinde Neu-Buckow stolze Besitzerin der Auszeichnung "Grüner Hahn". Das ist ein speziell für kirchliche Einrichtungen entwickeltes Umweltmanagementsystem, mit dem alle Bereiche des Gemeindelebens unter ökologischem Aspekt bewertet werden.

"Der Hahn auf dem Kirchturm gilt als Wächter für die Umwelt, der uns mahnt, verantwortungsbewusst zu leben", erklärt Pfarrer Erhard Wurst. Er und sechs weitere Mitglieder einer Umweltgruppe, die sich in der Kirche schon in den 90er Jahren gegründet hat, nehmen diese Verantwortung ernst und arbeiten hart daran, ihr selbst gestecktes Ziel zu erreichen.

Bis zum Jahr 2015 will die Gemeinde mit den beiden dazu gehörenden Kitas ihre CO2-Emission um 25 Prozent senken. Um dieses Ziel zu erreichen, hieß es erst einmal: investieren. "Es hat sehr viel mehr Zeit und Arbeit gekostet, dieses Zertifikat zu erlangen, als wir dachten", berichtet der Pfarrer. Zunächst mussten alle Verbrauchsdaten gesammelt und gemessen werden. Schwachstellen, wie unisolierte Heizkörper, wurden notiert, im Anschluss begannen umfangreiche Sanierungs- und Wärmedämmungsarbeiten. Gleichzeitig rüstete die Gemeinde auf Umweltpapier und LED-Beleuchtung um. Beim Einkauf werden nur noch Fair-Trade, regionale und Bio-Lebensmittel augewählt.

"Es dauerte eine Weile, bis wir gelernt hatten, unser gesamtes Verhalten umzustellen", erzählt Hubert Busch, Mitglied der Umweltgruppe. "Inzwischen denken wir daran, die Heizkörper herunterzustellen, wenn wir einen Raum verlassen."

20 000 Euro hat die Gemeinde bislang investiert, um den "Grünen Hahn" zu bekommen. Ein Teil davon floss aus dem mit 1 500 Euro dotierten Ökumenischen Umweltpreis mit ein, den die Kirche für ihr Engagement schon voriges Jahr verliehen bekam. Langfristig dürften sich alle Investitionen rechnen, denn inzwischen spart die Gemeinde allein 20 Prozent an Stromkosten. Die Registrierung im Verbund "Grüner Hahn" wird noch weitere Maßnahmen nach sich ziehen, denn, so Pfarrer Wurst: "In vier Jahren werden wir wieder bewertet."


Sylvia Baumeister / SB
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