Bedarfsampel am Heckerdamm sorgt für Staus

Stau auf Knopfdruck: Am Heckerdamm dürfen Fußgänger den Autobahnverkehr zum Erliegen bringen. (Foto: Schubert)

Charlottenburg-Nord. Ein Knopfdruck genügt - und der Verkehr liegt rund fünf Sekunden lang lahm. Mit dem Überweg an der Autobahnumleitung in Höhe des Heckerdamms wird Berlin um eine Staufalle reicher.

Das hat es in Deutschland wohl noch nicht oft gegeben: rote Ampeln auf der Autobahn, zu sehen auf der A 111-Umleitung über den Kurt-Schumacher-Damm im Norden Charlottenburgs. Hier können Fußgänger eine sofortige Querung anfordern und müssen dann binnen fünf Sekunden über die Straße hasten. Zeit genug, um den Autobahnverkehr massiv zu stören.

Bis zu 45 Minuten Zeiteinbußen kamen auf diese Weise während der ersten Woche dieser Verkehrsführung zustande. Grund für die Bauarbeiten an den eigentlichen Fahrbahnen der A 111 ist die Verlegung einer Drainageleitung, die künftig das Entwässern der Straße ermöglicht und damit die Eisbildung im Winter unterbindet.

Selbst wenn kein Fußgänger Grün anfordert, zwängen sich die Autos ab der Anschlussstelle Saatwinkler Damm durch ein Nadelöhr - statt drei Spuren gibt es ab dort nur noch zwei. Sobald dann die Autobahnampel Rot zeigt, ist der Dauerstau programmiert. Abhilfe schaffte kurzzeitig ein Polizist, der die Verkehrslage mit einer Kelle regulierte und nur dann eine Fußgängerquerung zugestand, wenn sich mehrere Passanten versammelt hatten. Doch von Dauer blieb die manuelle Regelung freilich nicht. Auch eine Verlängerung der Grünphasen für Autofahrer brachte keine wirkliche Entschärfung. Und deshalb müssen Autofahrer weiterhin mit roten Ampeln und Staus rechnen - bis das Bauvorhaben voraussichtlich am 31. August endet.


Thomas Schubert / tsc
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