Betreiber hat Pläne noch nicht ad acta gelegt

Charlottenburg-Wilmersdorf. Die Anwohner des Lehniner Platzes vermissen ihren Kiosk. Ob es ein neues Häuschen geben wird, sollen die Bezirksverordneten entscheiden. Der bisherige Betreiber Samir Abdel-Wahed hofft, dass er im Rennen bleibt.

Hintergrund: Abdel-Waheds Vater hatte den Kiosk 1994 eröffnet, der Sohn übernahm 2007 das gut laufende Geschäft. Als 2012 der Platzumbau begann, musste das Wall-Häuschen mit Kiosk und Toilette weichen. Abdel-Wahed zog in einen Container am Platzrand, den er in diesem Juni jedoch räumen musste.

Wie berichtet, wurde vor einigen Wochen ein Bauzaun für ein neues Häuschen errichtet, der jedoch wieder verschwand. Stadtentwicklungsstadtrat Marc Schulte (SPD) erklärte, der bisherige Betreiber habe einen Kiosk finanzieren wollen; es sei ihm jedoch nicht gelungen.

Nun bringt Samir Abdel-Wahed Licht ins Dunkle. Er habe von Anfang an vorgehabt, am Lehniner Platz etwas Neues zu schaffen, so der 32-Jährige. "Ich habe mir einen Architekten gesucht, der kalkulierte 750 000 Euro für ein 80 Quadratmeter großes Häuschen. Ich habe etwa mit der Hälfte gerechnet", sagt er. Er wechselte den Architekten, aber dessen Entwurf fand keinen Anklang beim Bezirksamt. Schließlich kehrte er zum alten Planer zurück, der nun ein günstigeres Häuschen entwarf. Alles schien gut, dann starb der Architekt.

"Mit seinem Nachfolger kam ich nicht klar", so Abdel-Wahed. Architekt Nummer vier plante einen unterkellerten 200-Quadratmeter-Bau für rund 500 000 Euro. Doch die Bank stellte sich quer: Dreißig Prozent Eigenkapital reichte ihr nicht. Abdel-Wahed suchte einen privaten Geldgeber und gründete mit ihm eine GmbH. "Kurz vor Baubeginn wollte dieser die Mehrheit der Anteile übernehmen und die Verträge ändern. Ich wäre zu einem Angestellten geworden und beendete die Zusammenarbeit", so der Unternehmer. "Ich hätte nie gedacht, dass so viel schieflaufen kann."

Ob er noch eine Chance hat, ist ungewiss. Stadtrat Schulte stellt in Aussicht, dass ein Kiosk am Platz ausgeschrieben wird. Auf diesen könne sich dann auch Abdel-Wahed bewerben. Kämpfen will er in jedem Fall.


Susanne Schilp / susch
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