Rutsche zwischen Baumriesen: Lehrpfad für die IGA 2017 am Grunewaldturm

Lehrreicher Erholungsort: Forstamtsleiter Elmar Kilz hat konkrete Vorstellungen für den neuen Pfad. (Foto: Thomas Schubert)
Berlin: Grunewaldturm |

Grunewald. Nicht nur Blumen soll man bewundern, sondern auch einen Forst, der sich verwandelt. Wie er Besucher der Internationalen Gartenbauausstellung aus Marzahn bis in die Wildnis des Westens locken will, erklärte Forstamtsleiter Elmar Kilz nun dem BVV-Umweltausschuss mitten im Wald.

Kiefer an Kiefer, Monotonie auf sandigem Boden – langsam wird man Abschied nehmen müssen von diesem Bild. Denn der Grunewald, jüngst ausgezeichnet als deutscher Forst des Jahres, steckt in den Wechseljahren, verwandelt sich langsam in das zurück, was er früher war: ein Ort voller laubtragender Gehölze.

So langsam der Prozess von Kiefernfällung und Neupflanzung von Eichen und Buchen laufen mag – er soll sichtbar werden, hier am geplanten Lehrpfad, nicht weit vom Grunewaldturm.

„Wir bauen um, damit die größeren Wasserbestände unter den Laubbäumen verfügbar werden für das Berliner Trinkwasser“, nennt Elmar Kilz das Fernziel. Bis zu 35 Prozent mehr H2O speichert der gemischten Bewuchs gegenüber reinen Kieferbeständen. Solche Zusammenhänge will Kilz 2017 IGA-Besuchern beim Abstecher in diese Außenstelle bildhaft vor Augen führen, und zwar an mehreren Stationen des Wald-Klima-Pfads.

Eine Vorher-Nachher-Tafel steht künftig gleich am Eingang des Parcours als „Apetizer“ an der Havelchaussee, wo die BVG-Buslinie 218 Erholungssuchende absetzt. Dann geht es hinein ins Dickicht auf die Spuren der letzten Eiszeit. Kirschtal heißt eine in die Landschaft gewaschene Rinne. Diese soll man sich über eine Rutsche erschließen, wobei ursprünglich eine Brücke angedacht war. Doch auf dem Hosenboden vorwärts zu kommen wird planerisch einfacher und günstiger.

Weiterer Hingucker am Wegesrand: Ein acht mal acht mal acht Meter großer Würfel. „So können wir zeigen, was eine Tonne CO2 eigentlich ist“, erklärt Kilz. Wie der Kubus letztlich aussehen wird und ob er aus Planen oder Holz gefertigt wird, bleibt zunächst offen. Kein Geheimnis sind die Gesamtkosten dieses Projekts. Eine Million Euro veranschlagt der Berliner Senat für den mit elf Stationen gespickten Pfad. Bis fünf Jahre nach der IGA werden Waldfreude daran Freude haben. Dann dürfte er völlig überwuchert sein. tsc
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