Zu lange nichts getan: Viele Kulturbauten in Berlin müssen dringend saniert werden

Berlin. Berlins Kulturbauten sind in einem sehr schlechten Zustand. Nach aktuellen Plänen dauert es jedoch noch viele Jahre, bis der Sanierungsstau aufgelöst ist.

Beispiele sind die Philharmonie, das Märkische Museum oder der Friedrichstadtpalast. Sie und viele andere Kulturbauten müssen dringend saniert werden. In den vergangenen Jahren hat sich ein Sanierungsstau von 435 Millionen Euro aufgehäuft. Das geht aus einer Anfrage des Grünen-Abgeordneten Daniel Wesener an den Berliner Senat hervor, über die der Tagesspiegel berichtet.

Demnach muss derzeit zwar niemand fürchten, dass ihm die Decke auf den Kopf fällt, wenn er ein Museum oder ein Konzert besucht, denn für dringende Reparaturen gibt es einen „Notfalltopf“. Ansonsten ist das Geld knapp. Im aktuellen Haushalt und auch für die Jahre danach sind zwar Investitionen in die Kulturbauten eingeplant. Nach Ansicht von Daniel Wesener reicht das aber nicht aus. Der Investitionsstau sei nur aufzulösen, wenn der Senat zusätzliche Mittel in die Hand nimmt, fordert er.

Sofort mit einer Sanierung aller Bauten loszulegen, wäre dennoch schwierig – unter anderem deshalb, weil dann auch viele der kulturellen Angebote gleichzeitig nicht mehr nutzbar wären. Das könnte dem Ruf Berlins als Stadt mit einem breiten kulturellen Angebot schaden. Doch auch der Sanierungsstau tut Berlin nicht gut. Der Sprecher der Senatsverwaltung für Kultur, Daniel Bartsch, verweist darauf, dass der Senat sich aktiv um die Sanierung der Kulturbauten kümmert.

Seiner Meinung nach werde es immer Stimmen geben, die sagen, es ist zu wenig, es geht zu langsam: „Dem ist nur zu entgegnen, dass der Senat das Problem als Schwerpunkt gesetzt hat.“ 50 Millionen Euro seien im Doppelhaushalt 2018/2019 für Investitionen in die kulturelle Infrastruktur eingeplant – das sei gut das Zehnfache dessen, was in den vergangenen Jahren zur Verfügung stand. jtw
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