Spätere Einschulung, Beitragsfreiheit, Flüchtlinge: Werden die Kitaplätze knapp?

Charlottenburg-Wilmersdorf. Wird es in den kommenden Jahren genügend Kitaplätze in Charlottenburg-Wilmersdorf geben? Momentan sind die Kinder im Bezirk relativ gut versorgt, doch der Bedarf wächst.

Der Druck auf die Kitas steigt. Einer der Gründe: Vom nächsten Jahr an werden nur noch jene Mädchen und Jungen schulpflichtig, die Ende September mindestens sechs Jahre alt sind. Berlin verabschiedet sich damit von der Früheinschulung, die vor elf Jahren eingeführt wurde. Das Bezirksamt schätzt, dass sich allein aus diesem Grund der Bedarf an neuen Plätzen auf rund 950 verdoppelt.

Flüchtlingskinder seien dabei noch gar nicht berücksichtigt, ebenso wenig wie Kinder von Familien, die in eine der rund 3000 Wohnungen ziehen, die derzeit in Bau oder gerade fertiggestellt sind. Es gelte also, weitere Räume für Kitas zu finden.

Kapazität schnell erweitern

„Die Kapazität muss schleunigst erweitert werden“, sagt auch der CDU-Bezirksverordnete Albrecht Förschler. Er nennt einen zweiten Grund, warum in Zukunft mehr Plätze nötig sind: Für die unter drei Jahre alten Kinder wird schrittweise die Beitragsfreiheit eingeführt, die für die Älteren schon gilt. Ab 2018 soll der Kita-Besuch für alle kostenlos sein. Förschler geht davon aus, dass dann noch mehr Eltern ihre Töchter und Söhne betreuen lassen. An den Neubau von Kindergärten sei aber wegen Verschuldung und fehlender Grundstücke kaum zu denken. „Wir fordern, die freien Träger in die Planung einzubeziehen“, sagt er.

Brigitte Hoffmann von der SPD-Fraktion geht ebenfalls von einer „permanent steigenden Nachfrage“ aus. Aber auch wenn der Bezirk kein Geld habe, bedeute das nicht, auf neue Plätze verzichten zu müssen. „Es wurden und werden mit den Investoren von Bauvorhaben Kita- und Schulplätze ausgehandelt.“ Das hält Marlene Cieschinger (Linke) für einen Tropfen auf den heißen Stein. Sie ist der Meinung, das Land Berlin müsse erheblich mehr Geld in Neubauten stecken: „Die bisher bereitgestellten Mittel reichen ebenso wenig wie ein paar Investoren abgerungene Kitaplätze.“

Das sehen die Grünen und die Piraten ganz ähnlich. "Neue Betreuungsplätze haben hohe Priorität, wenn der Bezirk für Familien attraktiv bleiben möchte", so Lara Bokor (Piraten-Partei). sus
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