TU Berlin nimmt Wetterstation in Betrieb

Messungen auf dem Dach des Hauptgebäudes: Klimatologen leistet die neue Station wertvolle Dienste. (Foto: TU Berlin)

Charlottenburg. Sie ragt 56 Meter hoch in den Hauptstadt-Himmel und verrichtet seit Anfang Juli Dienste für die Klimaforschung: die neue Wetterstation auf dem Dach des Hauptgebäudes der Technischen Universität Berlin hilft beim Verstehen von Hitzestress.

Wenn der Volksmund von "schönem Wetter" spricht, lässt er all diejenigen außen vor, denen Hitze gravierend schadet. Nach Einschätzungen von Klimatologen der TU Berlin sind fünf Prozent der Todesfälle auf hohe Temperaturen zurückzuführen. "Hitzestress" gilt somit als Gefahr, die in Berlin 25-mal mehr Opfer fordert als der Straßenverkehr. An durchschnittlich 23 Tagen im Jahr sind die Kriterien für diese Belastung erreicht.

Beim Erforschen dieses Phänomens hilft den Experten nun die neue Energiebilanzstation des Fachgebietes Klimatologie. Sie misst permanent Kohlendioxid- und Wasserdampfdichte, Lufttemperatur, Luftdruck und das dreidimensionale Windfeld und hilft beim Verstehen des Energieaustauschprozesses in der ganzen Stadt. TU-Forscher aus unterschiedlichen Disziplinen betreiben ihre Projekte künftig in Zusammenarbeit mit der Humboldt-Universität, dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, der Charité Universitätsmedizin Berlin, der Freien Universität Berlin und der Universität der Künste. Eines steht laut Sprecher Professor Dieter Scherer bereits fest: "Einen Trend zu höheren Lufttemperaturen gab es in Berlin zuletzt nicht. Die Todesfälle, rund 1600 pro Jahr, treten jeden Sommer auf, nicht nur in den Extremsommern."


Thomas Schubert / tsc
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