Viele Berliner können nicht schwimmen

Berlin. Fast jeder vierte Berliner kann nicht schwimmen. Bei Kindern und Jugendlichen ist es sogar jeder Zweite. Während die Grünen im Abgeordnetenhaus für Berlin einen besseren Schwimmunterricht an den Schulen fordern, hält es die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) für wichtig, mit dem Unterricht noch wesentlich früher anzufangen.

In ein Bad zu gehen, gehört laut DLRG heute seltener zur normalen Freizeitbeschäftigung als noch vor einigen Jahren. Doch wer selten schwimmt, ist für den Notfall ungeübt. Anfragen von Bündnis 90/Die Grünen beim Senat ergaben, dass eine Vielzahl von Schülern auch nach dem Schwimmunterricht in der Schule nicht ausreichend gut schwimmen kann. Im Schnitt fehlt es 18,8 Prozent der Schüler an entsprechendem Können. Die Grünen fordern den Senat deshalb auf, aufzuklären, warum der Schwimmunterricht in Berlin so schlechte Ergebnisse hervorbringt.

Die DLRG sieht dagegen eher die Familien in der Pflicht. "Kinder müssen schon schwimmen können, bevor sie in die Schule kommen", sagt Frank Villmow, Sprecher der DLRG Berlin. Etwa ab dem vierten Lebensjahr könnte man mit dem Unterricht beginnen. Sicher im Wasser sei nur der, der die Voraussetzungen für das Abzeichen des Freischwimmers erfüllt und mindestens 15 Minuten im tiefen Wasser allein klarkommt.

Sich nur bei Idealbedingungen über Wasser halten zu können, wie es das Seepferdchen erfordert, genüge nicht. Das sei eine verbreitete falsche Annahme. Unfälle könnten nach Meinung von Frank Willmo auch vermieden werden, wenn sich alle an die Baderegeln halten. Mehrmals sei schon Alkohol im Spiel gewesen. Dazu komme das heiße Wetter. "Und wenn viele Menschen im Wasser sind, ist die Unfallgefahr höher".


Jana Tashina Wörrle / jtw
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