Zwei Privatschulen wollen staatliche Fördergelder einklagen

Berlin. Schulen mit vielen förderungsbedürftigen Kindern, bekommen seit vergangenem Jahr zusätzlich Geld vom Senat - insgesamt rund 15 Millionen Euro. Einige private Schulen wollen auch etwas davon abbekommen und ziehen vor Gericht.

In Berlin gibt es derzeit 151 private Schulen. Sie finanzieren sich zu 70 Prozent über staatliche und zu 30 Prozent über private Mittel. Die meisten Eltern der Schüler zahlen ein Schulgeld. Allerdings gibt es auch an diesen Schulen Kinder von Familien, die wenig Geld haben und deren Schulbesuch über die Trägervereine der Schulen oder über Spenden finanziert wird.

Es gibt auch einige private Schulen, die die Kriterien einer sogenannten Brennpunktschule erfüllen und somit eigentlich besonders förderungsbedürftig wären. Für Brennpunktschulen gilt: Über die Hälfte der Schüler stammen aus Familien, die von staatlichen Transferleistungen leben. Schulen, an denen das der Fall ist, bekommen zusätzlich Geld vom Senat, zum Beispiel für Schulsozialarbeit, Sprachmittler oder Anti-Gewalt-Trainings. Mehr als 200 staatliche Schulen sind Teil des Programms. Von dem Geld, das der Senat dafür zur Verfügung stellt, wollen nun auch private Schulen etwas abbekommen. So sind die Arche-Schule in Hellersdorf und die Immanuel-Schule in Spandau vor das Berliner Verwaltungsgericht gezogen, um anzufechten, dass nur öffentliche Schulen vom Brennpunktschulprogramm profitieren.

"Wir wollen keine Vollfinanzierung der privaten Schulen, sondern eine Unterstützung für die Schüler, die das besonders brauchen", sagt Volker Symalla, der Geschäftsführer des Landesverbands deutscher Privatschulen Berlin-Brandenburg. Die Politik habe es verschlafen, bei den Privatschulen zu prüfen, ob es hier auch Brennpunkte gibt.


Jana Tashina Wörrle / jtw
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