Großer Fund: So stoppt die Polizei Dealer

So läuft der Deal: Nach der Geldübergabe wandert die verpackte Heroinkugel von einem Mund in den anderen. (Foto: Screenshot Video Polizei Berlin)

Charlottenburg. Wer sich in Berlin harte Drogen besorgen will, den bedient eine Szene am Stuttgarter Platz – das ist allgemein bekannt. Jetzt verhaftete die Polizei nach akribischer Vorbereitung mehrere Dealer. Und gab Einblick in ihre Arbeit.

Von Mund zu Mund. So wechselt eine Kugel Heroin mitten in der Öffentlichkeit blitzschnell den Besitzer. Was sich täglich entlang der U 7 abspielt, beschrieb die Polizei nun im Rahmen eines erfolgreichen Zugriffs im Detail. Nach mehrmonatigen Ermittlungen identifizierte sie Ende des letzten Jahres 15 Dealer und nahm sie direkt am U-Bahnhof Wilmersdorfer Straße in Haft. Mit Hilfe von Videoaufzeichnungen war es zuvor gelungen, die Verdächtigen ausführlich zu observieren. Diese detaillierte Dokumentation rechtfertigte schließlich den Haftbefehl.

„Meist hat der Dealer ein verpacktes Kügelchen mit Heroin oder Kokain im Mund und übergibt die Droge dann an den Konsumenten, der sie selber wieder sofort in den Mund steckt“, berichtet die Polizei von der typischen Situation, die auch hier mehrfach zu beobachten war. Dass man nicht nur unbedeutende Mittelsmänner erwischt hatte, zeigte sich kurz darauf im Rahmen von Wohnungsdurchsuchungen bei den 18 bis 54 Jahre alten Verdächtigen. Dort beschlagnahmten die Beamten insgesamt 240 Kugeln Rauschgift und große Summen an Bargeld, die dem früheren Verkaufserlös entsprechen dürften.

Doch nicht nur der Handel mit harten Drogen, sondern auch die Folgeerscheinungen des Konsums belasten die Kieze an der Wilmersdorfer Straße. Eine nun vom Bezirk veröffentlichte Übersicht von Orten, an denen regelmäßig weggeworfene Spritzen gefunden werden, bringt wenig überraschende Erkenntnisse zu Tage. Am Stuttgarter Platz gehen beim Bezirksamt täglich Meldungen von etwa 20 Spritzenfunden ein. Aber auch im Wilmersdorfer Preußenpark häuften sich die Sichtungen.

Seit Oktober gilt die Bitte, dass Passanten jeden einzelnen Fund an Behörden melden sollen, damit man Schwerpunkte als solche erkennt. Im vergangenen September hatte sich ein Kind beim Spielen auf dem Karl-August-Platz sogar an einer weggeworfenen Spritze verletzt – wie sich herausstellte aber ohne gesundheitliche Folgen. tsc
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