Evangelische Luisenkirche feiert ihr 300-jähriges Bestehen

Nach Fehlkonstruktion und Bombenschäden tadellos wieder hergerichtet: die Luisenkirche aus dem Jahre 1716. (Foto: Thomas Schubert)
Berlin: Luisenkirche |

Charlottenburg. In drei Jahrhunderten eine Konstante: Die älteste Kirche Charlottenburgs wirkt seit 1716 als Ort des Glaubens. Nun feiert die evangelische Gemeinde am Sonntag, 29. Juni, ihr Weihjubiläum.

Am Anfang war das Schloss. Und wer im jungen Charlottenburg, das um den majestätischen Prunkbau wuchs, Gottesdienste hören wollte, der musste entweder ins Dorf Lützow fahren. Oder er begab sich ins Wohnhaus des örtlichen Wirts, wo ein Pfarrer aus den Schriften las. Später nutzte man einen Wagenschuppen neben dem Charlottenburg Rathaus.

Und schließlich verfügte der Regent, dass es nicht weit vom Schloss eine eigene Kirche geben sollte – am heutigen Gierkeplatz. So sprach zur Grundsteinlegung am 13. Juli 1712 der Bauherr: „Friedrich der Erste, König in Preußen, gewährt eine größere und eigene Stätte zur Abhaltung des Gottesdienstes und lässt diese Parochialkirche auf seine Kosten erbauen und für immer abwechselnd dem Kultus beider protestantischen Bekenntnisse geweiht sein.“ Binnen vier Jahren entstand die Luisenkirche. Das Drängen der Bürger, es war ein Erfolg.

Turm aus Holz

Doch Friedrich I. erlebte die Fertigstellung nicht mehr. Und dem Hang zur Sparsamkeit seines Nachfolgers Friedrich Wilhelm I. verdankt man es, dass der Kirchturm ein niedriges Holzgebilde blieb. Erst als die Glocke beim Läuten den „Billig“-Turm zum Schwanken brachte, erfolgte 1823 ein Umbau. So erhielt die Kirche nachträglich eine imposantere Spitze. Schwerste Kriegsschäden im Jahre 1943 machten dann die nächste Wiederherstellung nötig. Erst Ende der 80er-Jahre rekonstruierte Architekt Jochen Langeheinecke das Innenleben.

Genau hier soll am kommenden Sonntag, 26. Juni, beim Weihjubiläum Georg Friedrich Prinz von Preußen, der Urahn von Königin Luise, die Inschrift des Grundsteins, das Wort Friedrich I., erneut verlesen. Zuvor gibt es um 19 Uhr den Auftakt im Schloss Charlottenburg mit einer Lesung des Bundestagspräsidenten Norbert Lammert und einer Rede über religiöse Vielfalt. Alle Karten sind vergriffen, ein kostenloses Festprogramm für jedermann gibt es auf dem Gierkeplatz von 12 bis 18 Uhr. tsc
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