Galerien zeigt Jimmy Nelsons Serie "Before they pass away"

Ausschau nach Beute: Am Rock of Rah auf den Vanuatu Islands folgt das Leben anderen Gesetzmäßigkeiten als in unseren Gefilden. (Foto: Copyright: Jimmy Nelson)

Charlottenburg. Er erklomm mit mongolischen Kasachen Gebirge, sah argentinische Gauchos durch biblische Landschaften reiten, fand die letzten Huli Wigmen im Dschungel Neuguineas: Jimmy Nelsons Fotoausstellung in den Galerien Camera Work und CWC ist das Abbild menschlichen Lebens am Ursprung.

Statt Abgasfahnen Fußspuren im Sand der namibischen Wüste. Statt Büroarbeit Nahrungserwerb mit Pfeil und Bogen. Tausende Kilometer von künstlichen Parkanlagen entfernt: Maori-Krieger im neuseeländischen Dschungel. Es gibt auf dieser Erde noch Orte, an denen das Leben seinen frühesten Gesetzen folgt. Orte, die Jimmy Nelson bereiste, bepackt mit seiner Kamera und dem Wunsch, ein Bewusstsein zu schaffen für Daseinsweisen, abweichend von der unseren.

Jimmy Nelson verewigte die letzten unberührt gebliebenen Menschengruppen der Welt mit ihrem rituellen Schmuck, mal szenisch, dann wieder porträthaft.

Hornkronen und Körperfarbe in Äthiopien. Von Pelzen gewärmte Gebirgsjäger vor den Schluchten der Mongolei, mit gezähmten Adlern als Gefährten. Fast nackte Ureinwohner der Vanuatu Islands beim Erklimmen einer gewaltigen Düne - man mag fast glauben, es sei der Rücken eines Tieres.

Jimmy Nelson, 1967 im amerikanischen Kent geboren, erkundete mehr als 40 Länder im Rahmen von 13 Reisen. Sein Arbeitsgerät: eine über 50 Jahre alten Plattenkamera. Dazu ein Auge, geübt in einem etwas anderen Metier: der Werbefotografie. Was den Betrachter mitreißt, sind nicht nur die exotischen Motive an sich. Vor allem ihre imposante Aufmachung, teilweise in Formaten von mehreren Metern Länge, sorgen für lebensechte Blickverhältnisse. Erst so scheint die Annäherung vollends zu gelingen - etwa wenn sich hinter einer Gruppe argentinischer Gauchos eine Bergkette in den Wolken verliert.

Die Ausstellung "Before they pass away" zu sehen noch bis 19. April in den Galerien Camera Work, Kantstraße 149, Di-Sa 11-18 Uhr und der Galerie CWC, Auguststraße 11-13, Di-Sa 11-19 Uhr.

Thomas Schubert / tsc
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.