Komödie "Zwei wie wir" zeigt eine Liebe voller Wankelmut

Der Anstreicher und die Karrieristin: Nora (Valerie Niehaus) und Rudy (Stefan Jürgens) bleibt nichts anderes übrig als verliebt zu sein. (Foto: Schubert)

Charlottenburg. Sie ist Managerin, er Fassadenmaler. Sie liebt Klassik so sehr er die New York Yankees. In "Zwei wie wir" findet auf der Bühne der Komödie am Kurfürstendamm zusammen, was nicht passen dürfte. Dass die Gleichung stimmt, liegt an Valerie Niehaus und Stefan Jürgens.

Kann das sein? Kann es funken, wenn man sich beim ersten Zusammenstoß im Blumenladen schon so gründlich missversteht, dass daraus ein erstes Date im Baseballstadion folgt? Rudy und Nora, zwei New Yorker Mitdreißiger, wie sie verschiedener kaum sein könnten, glückt dies und noch viel mehr.

"Das macht alles kaputt. Wenn man versucht, sich näherzukommen", warnt Nora vor dem Glück. Und wohl nur ein Anstreicher namens Rudy kann unsensibel genug sein, sie überhaupt nicht beim Wort zu nehmen.

Was Nora an Bindungsangst aufbringt, macht er mit herzlicher Zudringlichkeit wieder wett. Und von dieser Spannung lebt das Stück "Zwei wie Wir". Es ist derzeit in der Komödie am Kurfürstendamm zu erleben.

Unter der Regie von Folke Braband wechseln die Bilder des Wiedersehens mit Rückblenden in das frühere Leben der ungleichen Zwei und zeigen den Gästen wie stimmig eine so unwahrscheinliche Verbindung von Mann und Frau doch sein kann.

Dass Rudy und Nora sich so feurig aneinander reiben, ohne die Geduld des Zuschauers zu überhitzen, dafür sorgt eine Besetzung nach Maß. So verkörpert Stefan Jürgens den Draufgänger mit bodenständigen Werten ohne sichtbare Verbiegung. Und Valerie Niehaus spielt den Wankelmut so überzeugend, als hätte sie neben ihrem Schauspielstudium in New York die Grundstimmung von Manhattans chronisch alleinstehenden Erfolgsfrauen gründlich eingesogen.

Ob es für Paare wie Rudy und Nora eine Zukunft gibt? Darüber kann der Komödienbesucher noch grübeln, lange nachdem sich der Vorhang geschlossen hat.

"Zwei wie wir" in der Komödie am Kurfürstendamm 206/209, steht noch bis zum 1. März auf dem Programm. Karten zu Preisen ab 16 Euro kann man im Internet bestellen unter komoedie-berlin.de.

Thomas Schubert / tsc
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