Neue Ausstellung bei „Camera Work“ zum Boxer Muhammad Ali

"The Greatest" beim Luftsprung: Die Bildsammlung zeigt Muhammad Ali in allen Lebenslagen. (Foto: Thomas Schubert)
Berlin: Camera Work |

Charlottenburg. Im Boxring, im Big Apple, in privaten Augenblicken: Muhammad Ali beflügelte Fotografen zu Bilderserien, die bis heute elektrisieren. Jetzt zeigt die Galerie „Camera Work“ Arbeiten von 15 namhaften Künstlern. Und die wecken auch Erinnerungen bei einem gewissen Henry Maske.

Zwei Namen – zwei Gesichter. Aus Cassius Clay wurde Muhammad Ali. Aus dem eitlen Boxkünstler der Sportler des 20. Jahrhunderts. Selbstverliebtheit spricht aus den Aufnahmen, das Charisma eines Mannes auf seinem Weg von unten nach ganz oben.

Muhammad Ali als Champion. Muhammad Ali in Manhattan. Muhammad Ali als von Pfeilen durchbohrte Kunstfigur. Und natürlich: Ali als meterhoher Schemen hinter einer scharfen Faust, ikonenhaft festgehalten durch Magnum-Macher Thomas Hoepker. 70 Bilder von 15 Künstlern – das ist sie also, die Verneigung vor einem Lieblingsmotiv der Sport- und Starfotografie, jetzt zu sehen in der Galerie „Camera Work“.

Auch wenn ein Auftritt des heute 73-jährigen Ali zur Ausstellungseröffnung nur Wunschvorstellung blieb, kam doch einer, der zu neuerlichen Blitzlichtsalven Anlass gab. Henry Maske, deutsches Boxidol im Ruhestand – und von Kindesbeinen an ein Bewunderer des amerikanischen Schwergewichtlers. „Er hat den Sport vielen Menschen nahegebracht, die davon vorher sogar abgestoßen waren“, bezeichnet Maske die Tragweite der mächtigen Hiebe. „Plötzlich waren das nicht nur zwei Kerle, die sich prügeln.“ Maske im eleganten Anzug vor Alis gigantischer Faust auf einer Riesenleinwand, das hat auch Thomas Hoepker, der Schöpfer des bekannten Bildes so noch nicht gesehen.

Von der hofbeherrschenden Fotografie kursieren im Übrigen zwei Version: eine helle und eine nun gezeigte dunklere Variante. Aus Hoepkers Sicht ein Sinnbild für die beiden Zustände des Champions, seine Düsternis beim Einstecken und sein Glanz beim Austeilen. „Zwei Alis lebten in seiner Brust“, sagt der damalige Stern-Reporter. Aber welcher Bildversion man auch den Vorzug gibt, und ob nun Elliott Erwitt, Steve Schapiro oder Albert Watson die Kamera erhoben – Ali bleibt Ali. tsc

Die Ausstellung bei "Camera Work", Kantstraße 149, kann man noch bis Sonnabend, 10. Oktober, kostenlos besichtigen: Di–Sa, 11–18 Uhr.
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