Stiftung präsentiert neue Schau mit Werken Helmut Newtons

(Foto: Schubert)

Charlottenburg. Liz Tailor mit Papagei im Pool, David Bowie ganz er selbst und reichlich nackte Tatsachen: Bislang unausgestellte Fotografien Helmut Newtons sind jetzt in der "Permanent Loan Selection" für jedermann zu sehen. Bei der Auswahl sprach Newtons Witwe June ein Wörtchen mit.

"Big Nudes" - was sonst? Entblößte Weiblichkeit in Lebensgröße, dafür stand Newton mit seinem Namen. Nur hat man diese Serie von nackten Damen im Gegensatz zu den bekannten noch niemals öffentlich gezeigt. Sie ist das Herzstück der "Permanent Loan Selection". Neben 200 weiteren Werken aus dem Fundus der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die Newtons Nachlass verwaltet.

In gewohnt gigantischem Format und einer Höhe, die den Betrachter intime Ansichten auf Augenhöhe entgegenhält, huldigt die Serie der puren Weiblichkeit. Freizügigkeit, derart total, dass sie fast erschlägt.

Noch stärker scheint Newton allerdings, wenn seine Motive bekleidet bleiben durften. So entstanden privat anmutende Porträts von Hollywood-Größen wie Antony Hopkins oder Nicolas Cage. Liz Talor tauchte beim Shooting in einem Pool, benetzte ihre Diamanten mit Wasser. Trocken blieb nur der grüne Papagei auf ihrer Hand. Neben solchen Kreationen sieht man auch die modefotografische Sparte von Newtons Schaffen, ursprünglich angefertigt für Magazine, jetzt teuer gerahmt.

Ob er sich selbst als Künstler betrachtet habe? "Er sah sich als Fotograf", antwortet seine Witwe June - was ja und nein bedeuten kann. Gelegentlich war die heute 91-Jährige selbst Gegenstand der Betrachtung. "Ich saß am Tisch mit einer Zigarette. Und er sagte: Mach dich mal frei."

Was wieder zurückführt zur Frage nach der Kunst. "Er war damals jedenfalls nicht Teil der Kunstmarktes", versucht Kurator Matthias Harder eine Einordnung. Und betont dabei, dass dies zu Lebzeiten galt. Heute hat sein Name in kundigen Kreisen so ein Gewicht, dass sich die Frage nach Kunstfertigkeit durch den Preis erübrigt.

Die Helmut Newton Stiftung im Museum für Fotografie, Jebensstraße 2, ist Di/Mi/Fr 10-18 Uhr geöffnet, Do 10-20 Uhr, Sa/So 11-18 Uhr. Der Eintritt kostet 10, ermäßigt 5 Euro.

Thomas Schubert / tsc
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