Übersicht über Weihnachtsmärkte in der City West

Klassisch-gediegen: Auf dem Markt vor dem Schloss Charlottenburg lässt sich der gehobene Anspruch schon am Lichterspiel erkennen. (Foto: Thomas Schubert)
 
Bloß kein Kitsch: In der dänischen Christianskirken lässt es sich auf Weihnachten einstimmen, ohne in Klischeefallen zu tappen. (Foto: Thomas Schubert)

Charlottenburg-Wilmersdorf. Majestätisch-mondän weihnachtet es am Schloss, deftig-rustikal an der Gedächtniskirche, skandinavisch-schlicht bei der dänischen Gemeinde. Welcher Markt im Bezirk passt zum eigenen Typ? Die Berliner Woche gibt Rat.



Weihnachtsmarkt am Schloss Charlottenburg:

Ein Gesamtkunstwerk der Buden. Man kann den Premiumanspruch fast riechen. Der Markt am Schloss Charlottenburg feiert dieses Jahr zehnjähriges Jubiläum. Und hier zeigt der Flaneur nicht einfach seine Verbundenheit zu Santa Claus. Er beweist Klasse und Stil. Da ist Kunsthandwerk noch Kunsthandwerk, die Kitschquote an den Auslagen der Stände bleibt gering. Und dann die Illumination des Schlosses! Wer das Ausgesuchte und leicht Mondäne mag, liebt diesen Markt. Geöffnet hat er ab Montag, 21. November, bis 26. Dezember.



Weihnachtsmarkt in der Schloßstraße:

Eine Alternative für jeden, der kiezig-kuschelige Atmosphäre zu schätzen weiß. Unter schlichten Zeltdächern versammelt das Kiezbündnis Klausenerplatz Anbieter, die das Soziale und Ökologische höher schätzen als vorweihnachtliches Blendwerk. Der Markt eröffnet am Sonntag, 11. Dezember, um 13 Uhr und schließt um 19 Uhr am gleichen Tag. Ein Muss für wahrhaftige Klausenerplatz-Kiezer und Sympathisanten von außerhalb!



Weihnachtsmarkt der dänischen Gemeinde

Willkommen in Klein-Skandinavien! Goddag – so grüßt man bei der dänischen Gemeinde. Die Christianskirken in der Brienner Straße 12 könnte man bei einem flüchtigen Blick von außen mit einer Kleinstadt-Bücherei verwechseln. Aber das Nordlicht unter den Gotteshäusern verzaubert Besucher bei seinem Weihnachtsmarkt am 26. und 27. November jeweils von 12 bis 18 Uhr insbesondere wegen seiner kargen Gemütlichkeit. Das Sachliche zieht sich bis in den letzten Winkel. Bei der dänischen Gemeinde finden Freunde der dezenten Weihnachtlichkeit die perfekte Entsprechung. Empfehlenswert für alle, die mit kitschig-klassischen Märkten nichts anzufangen wissen.



Weihnachtsmarkt im Jagdschloss Grunewald

Dringend empfohlen für Naturburschen und alle jene, die im Advent dem Großstadtrummel entfliehen wollen, ohne Berlin wirklich zu verlassen. Ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt des Jagdschlosses Grunewald, Hüttenweg 100, am 3. und 4. Dezember ist die urwüchsigste Art, an Glühwein und Backfisch zu kommen. Schon der Anmarsch durch den dunklen Wald entfaltet meditative Wirkung. Und im Hof des Schlosses widerfahren Besuchern jeweils von 11 bis 19 Uhr Erlebnisse, die in Märchenbüchern leere Versprechen bleiben. Dafür legt man an der Kasse 3 Euro auf den Tisch, ermäßigt 2 Euro. Nur Kinder genießen den Zauber kostenlos.



Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz

Mehrheitsfähig wie kein anderer Markt im Bezirk, erinnert das Budendorf der AG City vor der Gedächtniskirche an ein oft vergessenes Wesensmerkmal dieses Spektakels: Früher dienten Weihnachtsmärkte der alltäglichen Versorgung von Anwohnern mit Winterutensilien, Speisen und Getränken. Natürlich: Längst hat dieser Volksmarkt zu einer gesamtstädtischen Bedeutung gefunden, beglückt City-West-Bewohner ebenso wie Touristen auf Besinnlichkeitssuche. Dieser Markt hält jeden elitären Dünkel von sich fern – und überrascht dennoch mit ausgesuchten Schlemmereien. Man probiere einmal den Lachs-Döner. Und schließlich eignet sich der Markt auch zur obligatorischen Weihnachtsbaum-Kritik. Gewächse aus Schrott, Gehölze mit zwei Wipfeln, schicke Bäume, grässliche Bäume – darüber lässt sich in jedem Jahr vortrefflich tratschen. Der Jedermannsmarkt öffnet täglich ab Montag, 21. November, vom Vormittag bis mindestens 21 Uhr. tsc
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