"Ich möchte Brücken bauen": Für Tombolo Mukengechay hat Integration viele Facetten

Am Schreibtisch ist er eher selten zu finden, sein Terminkalender ist gut gefüllt. (Foto: Regina Friedrich)
Berlin: Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf |

Charlottenburg-Wilmersdorf. Im März wurden in Berlin die Seniorenvertretungen gewählt. In Charlottenburg-Wilmersdorf ist Tombolo Mukengechay zum zweiten Mal dabei.

Tombolo Mukengechay ist eines von zwei Mitgliedern mit Migrationshintergrund. Geboren 1946 in Belgisch-Kongo, heute Demokratische Republik Kongo, studierte er in Polen Jura mit Magisterabschluss und lernte seine spätere Frau kennen. In seiner Heimat fand er keine Arbeit. Weil seine Frau Deutsche ist, gingen beide nach Deutschland. Er gründete eine Familie mit zwei Kindern und arbeitete viele Jahre in der Verwaltung der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin. Außerdem war er fünf Jahre stellvertretender Vorsitzender der Afrikanischen Ökumenischen Kirche Berlin-Brandenburg. 2010 ging er in den Ruhestand.

Im Unruhestand

Eigentlich müsste es Unruhestand heißen. Auf der Terrasse dem Vogelgezwitscher zuhören? „Da wäre ich total verloren“, sagt er. „Ich möchte unter Menschen sein und mich nützlich machen, so weit es noch geht.“

Und es geht noch. Tombolo Mukengechay ist einer der Seniorenvertreter im Integrationsausschuss der BVV. „Ich denke, meine Erfahrungen können für andere nützlich sein, die nach Deutschland kommen. Aber ich möchte auch Brücken bauen zu den Deutschen. Es gibt noch viele stereotype Vorstellungen über das Leben in anderen Ländern. Deshalb gehe ich gerne in Seniorenheime oder Treffs, um darüber zu sprechen."

Beraten, helfen – darin hat Tombolo Mukengechay langjährige Erfahrung. Zuerst betreute er Langzeitsarbeitslose, ging mit zu Behörden, half beim Ausfüllen von Anträgen. Inzwischen steht er im Kompetenzzentrum interkulturelle Öffnung der Altenhilfe ein- bis zweimal im Monat als Ansprechpartner zur Verfügung. „Die Leute haben mehr Vertrauen zu jemandem, der ähnliche Erfahrungen gemacht hat.“ Ach ja, im Arbeitskreis „Senioren – aktiv“ des Bezirks arbeitet er auch noch mit.

Wie andere Mitglieder der Seniorenvertretung hat er Sprechstunden im Bezirksamt, das nächste Mal am 27. Juni, von 11 bis 13 Uhr, im Rathaus, Otto-Suhr-Allee 100 (Raum 245 a). Wenn sich die Seniorenvertretung zur Eröffnung der Seniorenwoche am 24. Juni von 9.30 bis 17 Uhr auf dem Breitscheidplatz präsentiert, ist er natürlich auch mit dabei. ReF
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