Weltumrunderin Heidi Hetzer feierte Neujahr in Laos

Kaum zu stoppen: Heide Hetzer trieb ihren Oldtimer von Berlin bis nach Laos - jetzt ruft Australien. (Foto: Schubert)

Charlottenburg. Den Copiloten hat sie längst ausgetauscht - genau wie die defekten Teile ihres treuen Hudson. Heidi Hetzers zweijährige Oldtimer-Weltreise hielt bisher unerfreuliche Überraschungen bereit, aber ebenso aufregende Reiseimpressionen.

Sie hätte es ja ahnen können. Denn schon auf der deutschen Autobahn zeigte "Hudo" Heidi Hetzer an, dass die recht ausgedehnte Spritztour nicht schadlos an dem Oldtimer vorbeigehen würde. Tausende Kilometer weiter hörte die Weltumrunderin, inzwischen an der Seite des neuen Copiloten Christian Keilbach, den großen Knall. Kapitaler Motorschaden. Und das in Laos, wo ihr zwar talentierte Schrauber zur Seite standen, aber Ersatzteile erst importiert werden müssen.

56 Länder soll die Tour umfassen - im fünften war Heidi zu Weihnachten gestrandet. Dass es schlimmer kommen könnte, lässt sich an den munteren Kommentaren ableiten, die Hetzer und ihr Team ständig ins Internet setzen. "Heiligabend waren wir im deutschen Restaurant. Es gab Wurst, Kartoffelsalat und Paulaner bei 30 Grad", gab die 77-jährige Rennfahrerin und ehemalige Opel-Händlerin kund.

Was ihr seit dem Aufbruch im Sommer sonst noch widerfuhr? "Hudo" keuchte durch Istanbul, Tiflis und Teheran. Heidi überwand die Grippe (und mehrere Beifahrer obendrein). Manchmal holten Ordnungshüter ihre Kelle raus - für ein gemeinsames Erinnerungsfoto. Und manchmal ließ Heidi auch Ratlosigkeit durchblicken: "Wo soll ich hinfahren? Ich bin verzweifelt und umzingelt von Ländern, die Visa verlangen!" Dann buckelte der Oldie von 1930 über unbefestigte kirgisische Straßen, stand in Staus auf Hochgebirgspässen bei strengem Frost. Und wer glaubt, dass die deutsche Autobahn einzigartig ist, dem zeigt Hetzer auf ihren Fotos ganz ähnliche Trassen in China. Kurios: Ihr staatlich bestellter Begleiter Mr. Wang musste bei polizeilichen Nachfragen zu Hetzers Alter schummeln. Denn eine Fahrerlaubnis für Damen jenseits der 70 ist in seinen Breitengraden nicht vorgesehen. Die Charlottenburgerin behielt die Wahrheit für sich und blickt fest entschlossen nach vorn.

Sofern nun alles nach Plan läuft, braust der notoperierte Wagen bis Ende Januar nach Singapur. Ab hier schippert ein Frachtschiff nach Australien. Und "Hudo" schnauft kurz durch.

Ständig aktualisierte Eindrücke von Heidi Hetzers großer Reise findet man im Internet: www.heidi-um-die-welt.com.

Thomas Schubert / tsc
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Luise Krämer aus Charlottenburg | 10.02.2015 | 15:05  
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