Bezirk prüft Eröffnung eines Briefwahllokals in den Wilmersdorfer Arcaden

Kaufen und wählen: Die Wilmersdorfer Arcaden könnten eine weitere Funktion hinzugewinnen. (Foto: Thomas Schubert)

Charlottenburg-Wilmersdorf. Wahlurnen dorthin, wo das Volk ist: Auf Antrag der SPD-Fraktion lotet das Bezirksamt Möglichkeiten aus, ein Briefwahllokal in den Wilmersdorfer Arcaden zu platzieren. Lohnt es sich, Miete zu zahlen, um noch näher bei den Menschen zu sein?

Mehr Durchlauf gibt es in Berlin nirgends: 4500 Passanten pro Stunde – damit gilt die Fußgängerzone Wilmersdorfer Straße laut einer Untersuchung der Maklerfirma Engel & Völkers als Spitzenreiter unter den Berliner Einkaufsstraßen. Wird demnächst sogar im Einkaufszentrum gewählt? So will es jedenfalls ein mit breiter Mehrheit beschlossener Antrag der Charlottenburg-Wilmersdorfer SPD.

Näher am Bürger

Deren Fraktionsvorsitzender Holger Wuttig möchte prüfen lassen, „unter welchen Voraussetzungen für die künftigen Wahlen eine Außenstelle des Wahlamtes in den Wilmersdorfer Arcaden eingerichtet werden kann, um nicht nur im Rathaus Charlottenburg und im Dienstgebäude Hohenzollerndamm 177 eine vorzeitige Stimmabgabe zu ermöglichen.“

Ein Ansinnen, das Stadtrat Arne Herz von der CDU, zuständig für Bürgerdienste, nicht verkehrt vorkommt: „Die Idee, dem Bürger nahezukommen, finde ich absolut richtig“, lobt er das Nachdenken über neue Maßnahmen gegen Politikverdrossenheit. Aber kann sich der klamme Bezirk, der in den Arcaden seit drei Jahren schon ein Bürgeramt unterhält, ein weiteres Lokal auf privatem Boden überhaupt leisten? In diesem Jahr zur Bundestagswahl am 24. September auf keinen Fall, winkt Herz ab. Alle Gelder der Senatsfinanzverwaltung für die Durchführung der Wahl sind schon seit dem vergangenen Jahr verplant.

Ist das überhaupt nötig?

Und überhaupt: Nur eine U-Bahnstation entfernt im Rathaus Charlottenburg gibt doch es bereits ein Briefwahllokal. „Mir erschließt sich kaum, wo der Vorteil für den Bürger ist“, zweifelt Stadtrat Herz. Prüfen soll er trotzdem. Und wird in den Wilmersdorfer Arcaden mit offenen Armen empfangen – Managerin Viola Molzen könnte ihm tatsächlich geeignete Flächen anbieten. Auf Wunsch bereits zum 24. September. tsc
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